Bauprobleme

Berliner Staatsoper öffnet ein Jahr später

Die erste Spielzeit in der sanierten Berliner Staatsoper startet erst im Oktober 2014. Wegen des strengen Winters und Problemen mit dem Baugrund war der Zeitplan durcheinander geraten.

Die Staatsoper Unter den Linden wird ein Jahr später als geplant wiedereröffnet. Die Sanierung des Gebäudes für 250 Millionen Euro werde sich um sechs Monate verzögern, kündigte Senatsbaudirektorin Regula Lüscher am Dienstag in Berlin an. Damit könne die erste Spielzeit im erneuerten Haus nicht wie bisher geplant am 3. Oktober 2013, sondern erst am 3. Oktober 2014 beginnen, sagte Intendant Jürgen Flimm.

Als Gründe für die Verzögerungen wurden Probleme mit dem wässerigen Boden und der harte Winter genannt. Außerdem wurde ein Bunker unter dem Intendanzgebäude gefunden, der abgetragen werden muss. Zusätzliche Stützen im Baugrund seien notwendig. An der Baustelle eröffneten Lüscher und Flimm eine Verkaufsstelle für Tickets zu den Aufführungen im Ausweichquartier des Ensembles im Schiller Theater.

Flimm äußerte sich zuversichtlich - trotz der Verspätung. „Damit haben wir mehr Zeit, die neuen Stücke für die Staatsoper einzurichten“, sagte der Intendant. Bei den Bauarbeiten seien zunächst die Bedingungen des Berliner Grunds unterschätzt worden. Die Staatsoper werde aber bereits im April/Mai 2014 ins Haus einziehen und dort proben können.

Die Zusammenarbeit mit der Senatsbauverwaltung habe sich in der Zwischenzeit deutlich verbessert, betonte Flimm. Durch die Verzögerung werde es keine Mehrkosten geben. Lüscher versprach, der neue Saal werde noch „großartiger“ ausfallen. Kulturstaatssekretär André Schmitz schwärmte von einem „Jahrhundertbau“. In diesem Sommer wird Generalmusikdirektor Daniel Barenboim ein Konzert auf dem benachbarten Bebelplatz dirigieren.

Die Sanierung gehört zu den großen Kulturprojekten in der Hauptstadt. Den Löwenanteil der Kosten trägt der Bund. Ursprünglich sollte der Innenraum komplett neu gestaltet werden. Nach einer heftigen Debatte hatte Berlins Regierender Bürgermeister und Kultursenator Klaus Wowereit (SPD) entscheiden, den Zuhörersaal zu renovieren so wie ihn der Architekt Richard Paulick 1952 nach den Kriegszerstörungen wieder aufgebaut hatte.