Der Schauspiel-Chef der Salzburger Festspiele, Thomas Oberender, wird neuer Intendant der Berliner Festspiele. Der 44-jährige Thüringer soll zum Januar 2012 die Nachfolge von Joachim Sartorius (64) antreten, der die renommierte Institution seit 2001 verantwortet. Der Aufsichtsrat der Dachgesellschaft Kulturveranstaltungen des Bundes wählte Oberender am Dienstag in Berlin.

Der Vorsitzende, Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU), nannte den promovierten Theaterwissenschaftler einen würdigen Nachfolger für Sartorius. „Oberender hat eine beeindruckende Theaterkarriere vorzuweisen, genießt in der Kultur- und Theaterszene hohes Ansehen und hat in Salzburg bewiesen, dass er ein Festival mit internationalem Renommee zu gestalten und in der Stadt zu positionieren versteht.“

Der 1966 in Jena geborene Oberender ist seit 2006 Schauspieldirektor in Salzburg. Zuvor war er als Dramaturg in Bochum und Zürich tätig. Von 1988 bis 2000 lebte er schon einmal in Berlin. Er studierte Theaterwissenschaft und Szenisches Schreiben und arbeitete als Journalist, Essayist und Autor. Er hat selbst mehrere Stücke geschrieben.

Die künftig von ihm verantworteten Berliner Festspiele sind für mehrere unabhängige Festivalreihen zuständig – etwa MaerzMusik, Theatertreffen, Musikfest Berlin, Internationales Literaturfestival und Spielzeit Europa. Zudem betreuen sie Ausstellungen im renommierten Martin-Gropius-Bau. Die Finanzierung trägt der Bund. Vorläufer waren die 1951 gegründeten Berliner Festwochen.

dpa/sei