Die zehnte Potsdamer Schlössernacht hat sich erneut als Publikumsmagnet erwiesen: Rund 33.000 Gäste besuchten am Samstagabend die Veranstaltung unter dem Namen „Die Zehnte“ in Park und Schloss Sanssouci. Bei wechselhaftem Wetter erlebten die Besucher auf knapp zwei Dutzend Bühnen ein vielseitiges Programm. Unter anderem hatten die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten und die Arbeitsgemeinschaft Schlössernacht als Veranstalter ein dreißigköpfiges Spezial-Orchester zusammengestellt. Unter dem Motto „Zehn Komponisten gratulieren zum zehnten Jubiläum“ spielten Musiker unter anderem aus Polen, Frankreich, Italien, Spanien, Kuba und Neuseeland auf. Erstmals wurde auch das Schlosstheater im Neuen Palais mit Aufführungen in die Schlössernacht einbezogen.
Doch barocke Kulturgeschichte wurde nicht nur auf Bühnen, sondern auch mobil präsentiert. Mehr als 80 „Lustwandler“ in Kostümen der Zeit hatten sich offiziell angemeldet, um das Ambiente zu bereichern - nach Angaben von Co-Veranstalter Reinhard Mann so viel wie nie zuvor. „Wir müssen nun verstärkt darauf achten, dass die Kostüme auch historisch korrekt sind“, sagte Mann. Auf die große Angebotsvielfalt reagierten die meisten Gäste mit Flexibilität. Wie im Programmheft empfohlen, ließen sie sich zwischen den Einzeldarbietungen „treiben“. Klarere Vorstellungen hatten sie allerdings von der Verbesserung des Vorverkaufs: Damit nicht, wie auch in diesem Jahr, die Karten nach zehn Minuten vergriffen sind, gaben die Gäste auf Nachfrage von Morgenpost Online Empfehlungen. „Man sollte Kartenbudgets an einzelne Anbieter vergeben, um das Angebot zu strecken“, empfahl Hajo Klein. Er war mit seiner Frau aus Frankfurt am Main angereist. Kornelia Zlotowicz aus Glindow bei Potsdam dagegen kann sich mehrere Schlössernächte nacheinander vorstellen, um das Problem zu lösen. Das lehnt die SPSG bislang ab - die Einzigartigkeit er Schlössernacht wäre gefährdet, so Stiftungschef Hartmut Dorgerloh. Außerdem würde die Vegetation des Parks so übermäßig belastet.
Um den Park zu schonen und den Besucherkomfort zu verbessern, hatten die Ausrichter die Infrastruktur weiter verbessert. Da Gäste in den vergangenen Jahren die zu geringe Zahl von Toiletten kritisiert hatten, standen diesmal 20 Prozent mehr Mobil-WCs 20 Prozent zur Verfügung, so Co-Veranstalter Rainer Wohlthat. Auch die Verkehrsverbindungen wurden in Zusammenarbeit unter anderem mit der Deutschen Bahn AG, der Berliner S-Bahn und dem Verkehrsbetrieb Potsdam verbessert.
Die angereisten Gäste unterstützten auch in diesem Jahr wieder mit einem Teil ihres Eintrittsgeldes ein konkretes Sanierungsprojekt: Mit 185.000 Euro wird der 1852 nach Plänen Ferdinand Hesses geschaffene Rossebrunnen am Schloss Sanssouci in Stand gesetzt. Die Beseitigung der Frost- und Nässeschäden erfordert einen hohen Aufwand. Der Grund: Im Ziegelgewölbe des Brunnens haben sich unter strengem Naturschutz stehende Fledermäuse eingenistet.











