Hollywood

Fuck, fuck, fuck - So sind Filmstars wirklich

Wie man sich das Filmemachen vorstellt, so ist es auch. Schauspieler und Regisseure liegen im Clinch, Nervenkostüme reißen. Auf Youtube ist jetzt ein fulminanter Streit zu bestaunen. Die Schauspielerin Lili Tomlin und der Regisseur David O. Russell schreien sich an.

Foto: KPA / pa/KPA

So viele Klischees erfüllt. „You are a fucking grown up, I’m here to fucking help you“, schreit der Mann die Frau an. Sie, nicht faul, schreit zurück: „Why don’t you fuck your whole movie”. Wer schon immer der Meinung war, dass amerikanische Filmstars auch im Alltagsleben streiten wie in Filmen, kann auf YouTube jetzt den Beweis sehen. Amateurvideoclips zeigen einem heftigen Streit zwischen der Schauspielerin Lily Tomlin und Regisseur David O. Russell während einer Probe zu „I Heart Huckebees“ von 2004.


Der ziemlich durchgeknallte Film erzählt von einem Detektiv-Ehepaar, das Existenzen nachspürt. Am ehestens blieb die exzentrische Frisur von Dustin Hoffman in Erinnerung, die seltsam an den Schädel geklebt war.

In der jetzt aufgetauchten Streit-Szene steht Hoffman am Rand, und Lily Tomlin sitzt in einem Bürostuhl mit den Füßen auf dem Schreibtisch. Sie kritisiert das Drehbuch und die ständigen Änderungen. Dialoge und Setting wirken wie eine Quentin-Tarantino-Szene. Plötzlich kommt Regisseur Russell ins verschwommene Videobild, wirft alle Papiere vom Tisch, tritt einen Teil des Dekors durch das Zimmer. Fluchend läuft er raus, aus der Ferne sind jede Menge „Fucks“ zu hören, dann kommt er durch eine Tür in das Filmdekor zurück, schreit erneut und schlägt eine Lampe auf den Boden. Alle denkbaren Kombinationen des four-letter-words werden gebraucht.


Ein zweiter Clip zeigt Lily Tomlin im Auto mit Dustin Hoffmann und Isabelle Huppert. Tomlin beschimpft den Regisseur: „Leave me the fuck alone. Do you know what the fuck is going on? You fucked it up, goddamn you.” Zwischendurch ist auch noch ein „Bullshit“ zuhören. Isabelle Huppert starrt die ganze Zeit aus dem Fenster und betrachtet sich im Spiegel. Sie versucht, nicht zu lachen. Und Dustin Hoffman versucht, Tomlin zu beruhigen. Er verlangt: "Shoot the fucking thing right now.“


Regisseur David O. Russell ist schon lange berüchtigt für seine Wutausbrüche. 1999 kam es bei Dreharbeiten zu „Three Kings“ zu einem Kampf mit George Clooney. In einem Interview zu „I Heart Huckabees“ erklärte er auf die die Frage nach Dreharbeiten: „Filmemachen ist doch ein Spiel, und dafür gebe ich meine Sicherheiten auf. Und das erwarte ich auch von den Schauspielern.“

Gerüchte über die Aufnahmen gab es schon seit 2004, doch erst letzte Woche tauchten die Filme bei Youtube auf – und verschwand sofort wieder. Mittlerweile ist die Nachfrage nicht zu stoppen. Immer neue Versionen wurden auf die Plattform gestellt. Das Interesse daran ist weitaus größer als an „I Heart Huckabees“ selbst. Hier ist ein Beweis für all die Streitigkeiten in Hollywood zu sehen, von denen die Legenden berichten.

Schon gibt es Bearbeitungen des Materials. Besonders hübsch: „Huckabees Redux“. Zuerst sieht man Talkshow-Ausschnitte mit Tomlin und Hoffman. Sie erzählen, wie toll die Dreharbeiten waren, wie überaus easy und super. So viel gemeinsamer Spaß! Dann aber kommt die Schreibtischszene, Lily Tomlin reckt den Mittelfinger hoch und schreit ihre Tirade. Die wir hier, ach nein, lieber doch nicht wiederholen.

Hier ist David O. Russells Ausraster zu sehen