Die italienische Regierung hat über die historischen Ausgrabungsstätten von Pompeji den Notstand verhängt, um weitere Schäden durch Vernachlässigung zu verhindern. Wie aus einer Erklärung der Regierung in Rom hervorgeht, soll die beispiellose Maßnahme die Bereitstellung finanzieller Mittel ermöglichen, um die Sicherheit an der archäologischen Stätte am Fuße des Vesuv zu verbessern. Der Beschluss geht auf einen Antrag des Ministers für Kulturgüter, Sandro Bondi, zurück. Dieser hatte die Lage in Pompeji wegen "Zerfall und Nachlässigkeit“ als "nicht länger hinnehmbar“ bezeichnet.


Mit "Zerfall und Nachlässigkeit“ sei keineswegs der Zustand der eigentlichen Ausgrabungen gemeint, betonte die zuständige Behörde in Neapel in einem Kommuniqué. Es gehe vielmehr um „andere Probleme, die vom Konservator Pietro Guzzo häufig angesprochen wurden: mangelnde Überwachung, Fehlen von Kanalisation und Gehwegen, mangelnde Veterinäraufsicht und die Schließung des einzigen Restaurants, weil der Pächter ständig in Zahlungsverzug war“, hieß es in der Erklärung.

Die römische Stadt Pompeji wurde nach einem Ausbruch des Vesuv 79 vor Christus völlig unter Asche begraben und ist die besterhaltene römische Siedlung überhaupt. Seit 1860 finden dort systematische Ausgrabungen statt. „Pompeji ist der Grundstein unseres Tourismus“, sagte ein Vertreter der südlichen Regionalbehörden im „Corriere della Sera“.

AFP/ras