In der antiken Römerstadt Pompeji sind erneut antike Gemäuer eingestürzt. Wie die Pressestelle des italienischen Ausgrabungsorts mitteilte, stürzten die Mauern wegen der anhaltenden heftigen Regenfälle ein. Es handele sich um zwei Mauern von insgesamt drei Metern Länge ohne wertvolle Fresken oder Verzierungen, heißt es. Außerdem kam es zu Beschädigungen an der Seitenwand eines aktuell nicht zugänglichen Gebäudes, des "Lupanare piccolo".

Erst am Vortag war eine um das berühmte „Haus des Moralisten“ gezogene sieben Meter hohe Schutzmauer eingestürzt. Die Leiterin der berühmten Ausgrabungsstätte, Jeannette Papadopoulos, sagte, solche Einstürze könnten angesichts der Wetterverhältnisse durchaus vorkommen. Kulturminister Sandro Bondi warnte vor Alarmismus. Die Situation in Pompeji werde von Technikern „permanent überwacht“. Dennoch muss sich Bondi in den nächsten Wochen einem von der Opposition eingebrachten Misstrauensantrag stellen.

Vor drei Wochen war in Pompeji bereits die alte Gladiatorenschule eingestürzt. Auch in dafür wird eindringendes Wasser verantwortlich gemacht, das den Boden aufgeweicht habe. Der Vorfall hat in Italien eine hitzige Debatte über die Erhaltung der archäologischen Stätten und Kürzungen im Kulturetat ausgelöst. Archäologenverbände machen mangelnde Instandhaltung und Schlampereien seitens der Behörden für die Einstürze verantwortlich.

Pompeji war im Jahr 79 n. Chr. bei einem Ausbruch des Vesuvs zerstört und von einer bis zu sechs Meter hohen Asche- und Lavaschicht überdeckt worden. Die Stadt wird seit 1997 auf der Weltkulturerbe-Liste der Unesco geführt.

AFP/dpa/bs