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Warum das Guggenheim nach Berlin kommt

Das New Yorker Guggenheim-Museum plant eine temporäre Ausstellung in Berlin: In Prenzlauer Berg soll eine art Kunst-Forschungslabor eingerichtet werden. Dafür will der Senat nun auch die umstrittenen Bauarbeiten an der Kastanienalle verschieben.

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Die Kastanienallee in Prenzlauer Berg macht erneut Schlagzeilen. Sie ist im kommenden Jahr als Ort für eine temporäre Ausstellung des New Yorker Guggenheim Museums im Gespräch. Das hat Folgen für den umstrittenen Umbau der Straße. Er hat bereits begonnen. Nun ist das Bezirksamt Pankow von der Senatskanzlei gebeten worden, den geplanten Zeitablauf der Bauarbeiten zugunsten des amerikanischen Kunstprojekts zu verändern.

Das Projekt aus New York heißt "BMW Guggenheim Lab" . Es geht um ein mobiles Forschungslabor, in dem Fachleute Ideen für die Stadt der Zukunft entwickeln. Namhafte Architekten, Künstler, Wissenschaftler und Designer sollen einbezogen werden. Dieses Labor wird nacheinander in drei Städten aufgebaut. Auftakt ist voraussichtlich im Spätsommer 2011 in Nordamerika. Das Thema heißt "Confronting Comfort: The City and You". Das Gebäude wird nach Mitteilung des Guggenheim Museums vom Architekturbüro Atelier Bow-Wow in Tokio geplant. Im Frühjahr 2012 zieht das Projekt nach Berlin. Als dritte Station ist eine chinesische Metropole vorgesehen.

In Berlin sind dem Vernehmen nach drei Plätze für das "BMW Guggenheim Lab" in die engere Auswahl gerückt. Im Fokus steht ein öffentlicher Parkplatz zwischen Kastanienallee und Schönhauser Allee. Dort könnte das temporäre Gebäude errichtet werden. Es soll ab März 2012 Platz für Workshops, Diskussionen, Ausstellungen und Aufführungen bieten. Ein Vierteljahr lang soll dieser Experimentalbau auf der Fläche nahe dem U-Bahnhof Eberswalder Straße in Prenzlauer Berg stehen. Die Ergebnisse werden der Öffentlichkeit vorgestellt.

In dieser Zeit sollten im Umfeld des Guggenheim-Projekts keine Bauarbeiten an der Kastanienallee stattfinden. Doch deren Umbau hat im März begonnen. Der Zeitablauf für die einzelnen Abschnitte steht seit Langem fest, die Anwohner sind informiert. Nun hat der zuständige Stadtrat Jens-Holger Kirchner (Grüne) auf Bitten der Senatskanzlei den Ablauf der Bauarbeiten geändert. Deshalb geht es im nördlichen Abschnitt zwischen Oderberger Straße und Schönhauser Allee los. Dort befindet sich der von Guggenheim Lab favorisierte Parkplatz. Die Gehwege werden mit Naturmaterialien erneuert, Parkbuchten angelegt, eine neue Straßenbeleuchtung wird installiert. Kirchner ist sehr angetan vom Guggenheim-Projekt. "Es ist spannend und es passt zu Prenzlauer Berg", sagte er der Morgenpost. "Deshalb habe ich gern mit den Baufirmen über Änderungen verhandelt."

Der vom Bezirk geplante Umbau der Kastanienallee ist seit Jahren umstritten. Etliche Anwohner und Gewerbetreibende lehnen das Vorhaben ab. Es würde dazu führen, dass sich die Zahl der Stellplätze erheblich verringert. Eine Bürgerinitiative will mit einem Bürgerbegehren verhindern, dass die Straße umgebaut wird. Die Unterschriftensammlung hat begonnen.

Youtube-Video zum ersten Guggenheim-Lab