Klischee: Der Name Babylon steht heute in der westlichen Kultur sinnbildlich für Sünde, Werteverfall, Größenwahn und Hedonismus. Es ist das antike Vorbild der modernen Metropole. Bekannt ist auch der biblisch geprägte Ausdruck der "babylonischen Sprachverwirrung", Gottes Strafe für die Vermessenheit der Turmbauer.
Gründung: In langen Dynastiefolgen wurde Babylon verwaltet, aufgebaut, abgerissen und neu erbaut. Um 2300 v. Chr. wurde die Stadt erstmalig erwähnt. Sie gewann von 1792 bis 1750 v. Chr. durch die Machtergreifung Hammurapis eine Vormachtstellung als Hauptstadt Babyloniens. So wurde das altbabylonische Reich begründet. Die Bibel stellt indirekt Nimrod als Gründer Babylons dar, die Stadt als den Anfang seines Reiches.
Mythen: Herrscherfiguren wie Semiramis, Nimrod und Nikrotis vereinen sowohl altorientalische, jüdische wie auch islamische Mythen miteinander, was die Bedeutung Babylons als Orientierungspunkt der Antike für die Weltreligionen deutlich macht. Ihre historischen Wurzeln sind verstrickt mit Legenden wie der Gründung und dem Turm- und Brückenbau zu Babel.
Blütezeit: Das altbabylonische Reich hat wenig zu tun mit dem Babylon, das heute ausgegraben ist. Mit der Regierungszeit Nabopolassars und Nebukadnezars II. erstreckte sich von etwa 626 bis 562 v. Chr. die Blütezeit des neubabylonischen Weltreiches.
König: Nebukadnezar ist sicher der legendärste König Babylons, er führte Kriege gegen alle angrenzenden Kleinstaaten. Nach seinem Tod eroberten die Perser unter Kyros II. 539 v. Chr. die Stadt, indem sie während einer Belagerung den Fluss umleiteten und durch das trockene Flussbett eindrangen. Mit der Eroberung durch Alexander den Großen 331 v. Chr. erlebte Babylon seine letzte große Stunde. Zwar wollte er es zum Zentrum seines Weltreichs machen, nach seinem Tod in der Stadt verlor die antike Metropole aber an Bedeutung.
Babylon heute: Die Grabungsstätten liegen im antiken Mesopotamien, dem Zweistromland, und sind heute im Irak zu finden, ungefähr 90 Kilometer südlich von Bagdad. Erste Grabungen wurden 1898 von der deutschen Orient-Gesellschaft getätigt. Um die Stadt ist es momentan schlecht bestellt, da sie von Saddam Hussein historisch fragwürdig rekonstruiert wurde. Aus diesem Grund erklärte die Unesco die antike Stätte nicht zum Weltkulturerbe. Außerdem trug Babylon schwere Schäden vom Irak-Krieg davon.
BM

