Berlin hat am Freitag seine Bewerbung um die Austragungsrechte für den Eurovision Song Contest (ESC) 2011 bekannt gegeben. Nach Informationen von Morgenpost Online wirbt die Stadt mit dem ehemaligen Flughafen Tempelhof um die Austragung des Musik-Spektakels. Senatssprecher Richard Meng bestätigte, dass Berlin die Bewerbung abgeschickt habe, wollte zum Standort Tempelhof aber zunächst nichts sagen. Details sollen am Sonnabend bekanntgegeben werden. Neben der Hauptstadt haben auch Hamburg, Düsseldorf und Hannover, die Heimatstadt der diesjährigen Grand-Prix-Siegerin Lena Meyer-Landrut, ihre Bewerbung öffentlich bekannt gegeben. Mit dem Sieg der 19-Jährigen gingen die Austragungsrechte für den ESC 2011 automatisch nach Deutschland.

Die Bewerbungsfrist lief Freitag am späten Nachmittag aus. Der für die Entscheidung maßgeblich mitverantwortliche Norddeutsche Rundfunk (NDR) bestätigte am Sonnabend die Berwerbungen der vier Städte. Wo der Song Contest 2011 stattfindet, entscheidet der NDR gemeinsam mit der ARD und der European Broadcasting Union EBU. Die Entscheidung werde noch im Laufe des Sommers fallen, erklärte Thomas Schreiber, ARD-Koordinator Unterhaltung, in der NDR-Mitteilung. „Die eingereichten Unterlagen sind sehr detailliert und beeindruckend“, sagte Schreiber. „Wir werden die Unterlagen sorgfältig daraufhin prüfen, welcher Ort die besten Produktionsbedingungen für drei Fernsehshows, die überzeugendste Infrastruktur und die günstigsten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bietet.“

Berlin gilt neben Hamburg aber als Top-Favorit. „Der Grand Prix gehört nach Berlin“, findet Senatssprecher Meng. „Wir sind nicht nur innerhalb Europas eine der kreativsten Metropolen. Die ganze Welt schaut auf uns – eine bessere Stadt für den Wettbewerb gibt es nicht.“ Zumal die Musikszene die lebhafteste in ganz Deutschland sei. „So eine Anziehungskraft auf Künstler hat keine andere Stadt in Deutschland“, sagte Meng. Ebenfalls für Berlin spricht dabei, dass der Grand Prix in der Regel in der Hauptstadt des Gastgeberlandes ausgetragen wird.

Allerdings stehen auch Hamburgs Chancen gut: Nicht nur, dass der NDR dort seinen Hauptsitz hat. Dort steigt auch jedes Jahr die offizielle deutsche Grand-Prix-Party. Die Hansestadt gab sich am Freitag siegesgewiss. Ein Sprecher teilte mit, Hamburg hebe sich von Berlin durch die „Erlebbarkeit des Stadtflairs“ ab. Auf solche Spitzen wollte Meng nicht eingehen. „Wir werden uns nicht auf einen rhetorischen Wettlauf einlassen“, sagte er. „Wir sehen der Entscheidung gelassen und zuversichtlich entgegen.“

Ähnlich selbstbewusst äußerte sich Burkhard Kieker, Geschäftsführer der Berlin Tourismus Marketing GmbH (BTM): „Ich bin optimistisch, dass wir den Zuschlag erhalten werden.“ Die BTM hat den Senat bei der Ausarbeitung des Bewerbungskonzepts beraten. „Damit fingen wir unmittelbar nach Lenas Sieg beim Grand Prix an“, erzählte Kieker. Details zum Konzept dürfe er noch nicht bekannt geben. Auch für ihn stehe jedenfalls fest, dass Hamburg keine Alternative zu Berlin ist: „Nicht nur, weil der Grand Prix eigentlich immer in einer Hauptstadt stattfindet, sondern vor allem, weil diese Stadt eine der aufregendsten Musikmetropolen überhaupt ist.“

Dieses Jahr hatte die Hannoveranerin Lena Meyer-Landrut den internationalen Wettbewerb gewonnen. Das Finale des Eurovision Song Contests 2011 wird am 14. Mai ausgetragen. Lena will ihren Titel verteidigen. Die Halbfinals der Musikshow sind für den 10. Mai und den 12. Mai angesetzt. NDR-Sprecherin Iris Bents teilte in einem Schreiben mit, u.a. sei entscheidend, welche fernsehtaugliche Halle in den Bewerberstädten zu welchen Kosten verfügbar ist und wie die Verkehrs- und Hotelinfrastruktur insgesamt beschaffen ist.

Ginge es nach Lena Meyer-Landrut, würde Berlin den Zuschlag erhalten. Bereits Mitte Juli hatte sie die Hauptstadt als ihren Favoriten benannt. Zwar wäre es „geil“, wenn ihre Heimatstadt Hannover Austragungsort wäre. „Für alle anderen Länder und für ein Bild von Deutschland wäre Berlin ganz cool“, sagte sie dann aber.

mit dpa