Preisverleihung

Europäischer Filmpreis für Fatih Akin

In Berlin wurden der Europäische Filmpreis verliehen und der deutsch-türkische Regisseur Fatih Akin gewann den Preis für das beste Drehbuch. Außerdem wurde eine Britin ausgezeichnet, die bereits einen Oscar gewann und der große Gewinner des Abends war ein Rumäne.

– Zum ersten Mal ist Rumänien Sieger beim Europäischen Filmpreis: Das stille und bewegende Abtreibungsdrama „4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage“ von Christian Mungiu hat am Samstag in Berlin den Europäischen Filmpreis als bester Film 2007 gewonnen. Mungiu wurde bei der 20. Verleihung des Europäischen Filmpreises in Berlin außerdem auch als bester europäischer Regisseur ausgezeichnet. Die Entscheidung der Europäischen Filmakademie wurde auf der Galaveranstaltung mit Jubel aufgenommen.

Regisseur Mungiu erzählt die Geschichte zweier Freundinnen im kommunistischen Rumänien, die eine damals streng verbotene Abtreibung organisieren. Der Film hatte im Mai auch die Goldene Palme in Cannes gewonnen, wo er ebenfalls der erste rumänische Sieger in der Geschichte des Festivals war. Rumänien schickt den Film auch ins Rennen um den nächsten Oscar 2008.

Mungiu zeigte sich in Berlin überaus glücklich über den Preis. Es gehe aber nicht um Preise, sondern darum, „gute Geschichten im Kino zu erzählen“, sagte der Regisseur.

Als beste Schauspielerin wurde die Britin Helen Mirren mit dem Europäischen Filmpreis 2007 ausgezeichnet; für ihre Rolle als Königin Elizabeth II. in „Die Queen“ hatte sie bereits einen Oscar bekommen. Zum besten europäischen Schauspieler wurde der Israeli Sasson Gabai („The Band’s Visit“) gekürt.

Der deutsche-türkische Regisseur Fatih Akin hat mit seinem Drama „Auf der anderen Seite“ den Europäischen Filmpreis für das beste Drehbuch gewonnen. „Ich bin ein Kind des europäischen Kinos“, sagte der Regisseur, der mit seinem Film „Gegen die Wand“ 2004 den Europäischen Filmpreis gewonnen hat. Der Film „Das Parfum“ von Tom Tykwer erhielt den Europäischen Filmpreis für die beste Kamera (Frank Griebe) und für das beste Produktionsdesign.

Regisseur Wim Wenders, Präsident der Europäischen Filmakademie, ehrte Jean-Luc Godard (“Außer Atem“) für sein Lebenswerk. Der 76- jährige Franzose hatte seine Teilnahme an der Gala abgesagt. Der Kameramann Michael Ballhaus erhielt den Europäischen Filmpreis für einen Beitrag zum Weltkino. Der 72-jährige Ballhaus, der mit Rainer Werner Fassbinder zusammengearbeitet hat und in Hollywood Filme wie „Die Farbe des Geldes“ mit Paul Newman und Tom Cruise sowie zuletzt „Departed“ gedreht hat, zeigte sich überrascht, von der Europäischen Filmakademie ausgezeichnet zu werden, „wo ich doch in den letzten 25 Jahren in Amerika gearbeitet habe“.

Wenders zog in der RBB-„Abendschau“ eine positive Bilanz des von ihm 1988 in Berlin mitgegründeten Europäischen Filmpreises. Er habe inzwischen in der ganzen Welt Anerkennung gefunden. „Davon profitiert der europäische Film heute und das ist, was wir erreichen wollten“, sagte Wenders, der Filme wie „Der Himmel über Berlin“ und „Paris, Texas“ gedreht hat.