Trotz Wirtschaftskrise nimmt die Zahl der offenen Stellen im hauptstädtischen Kulturbereich eher zu als ab. Zumindest bei den Führungspositionen. Kaum haben der Regierende Kultursenator Klaus Wowereit, Kulturstaatssekretär André Schmitz oder Senatskanzleichefin Barbara Kisseler einen Kandidaten präsentiert, wird der nächste Posten frei.
Konzentrierten sich die drei Headhunter zuletzt auf die Suche nach einem Opern-Intendanten (zumindest für die Staatsoper wurde mit Jürgen Flimm einer gefunden, auch wenn dessen Freigabe seitens der Salzburger Festspiele noch immer aussteht), muss jetzt zusätzlich nach Chefdirigenten Ausschau gehalten werden. Vakant sind die Posten beim Konzerthausorchester und beim Deutschen Symphonie-Orchester. Bei letzterem könnte Berlin die Suche mit Hinweis auf die Mehrheitsverhältnisse ans Deutschlandradio delegieren. Einerseits. Andererseits könnten Schmitz & Co. vielleicht Synergieeffekte erzielen und mit dem Geld eine Musikerstelle finanzieren.
Soweit ging die Diskussion am Montag im Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses nicht, bei der Schmitz auf Anfrage der Ausschuss-Vorsitzenden Alice Ströver (Grüne) einräumte, dass sein Versuch, Konzerthausorchester-Chef Lothar Zagrosek von einer Vertragsverlängerung zu überzeugen, gescheitert sei. Es ist ein offenes Geheimnis, dass Zagrosek im Orchester nicht unumstritten war. Frau Ströver vermutete, dass dies an seinem "ungewöhnlichen Repertoire liegt". Schmitz wollte das nicht kommentieren, betonte aber, dass ein subventioniertes Orchester den kulturpolitischen Auftrag habe, Wege jenseits der ausgetretenen symphonischen Pfade zu beschreiten. Und "darauf achten wir", versicherte der Kulturstaatssekretär.




