So nah, so intim sprechen Rapper selten mit ihrem Publikum. Es war ein besonderer Abend mit Samy Deluxe im Lido an der Kreuzberger Cuvrystraße. Zwischen seinen Songs nutzt der Hamburger Musiker jede Gelegenheit, seine vierzehn neuen Stücke nicht nur vorzustellen, sondern auch einzuordnen.

So nah, so intim sprechen Rapper selten mit ihrem Publikum. Es war ein besonderer Abend mit Samy Deluxe im Lido an der Kreuzberger Cuvrystraße. Zwischen seinen Songs nutzt der Hamburger Musiker jede Gelegenheit, seine vierzehn neuen Stücke nicht nur vorzustellen, sondern auch einzuordnen. Mit kompletter Band und Dreier-Chor steht er im grauen Dreiteiler und Brille vor dem ausgewählten Publikum. Eine gute Stunde lang präsentiert er sein neues Album "Dis Wo Ich Her Komm", dass an diesem Freitag veröffentlicht wird.

Glänzte er früher mit pointierten Battle-Raps und polarisierte mit seiner "Hamburger Arroganz", so brilliert er mit aktuellen Themen und variantenreichem Sound. Soul, Funk, Rock, Reggae und HipHop. Er rappt und singt. Die Auto-Tune-Effekte mögen Geschmackssache sein, fügen sich aber harmonisch ins Gesamtkonzept ein. Echte Rapfans runzeln die Stirn, während Musikliebhaber schnell in den Groove des dritten Solo-Albums kommen.

Samy Deluxe liefert mit "Dis Wo Ich Her Komm" eine aktuelle Bestandsaufnahme. Neben der Gesellschaft spielt die eigene Familie thematisch auf dem neuen Album eine tragende Rolle. Mit "Vatertag" reflektiert er sein gespanntes Verhältnis zum Vater, ausgelöst durch seinen eigenen Sohn und der Hoffnung, nicht dieselben Fehler in der Erziehung zu begehen. In "Superheld" spricht Samy Deluxe den latenten Rassismus an. Es habe ihn gekränkt zu hören, dass sein eigener Sohn sich wünsche, weiß zu sein, da alle Superhelden weiß sind und er ein Superheld sein möchte. So spielt der Vater den Superhelden, angetrieben durch die Liebe des Sohnes.