Es gibt diese ganz besonderen Sommertage. Eben noch ging ein kräftiger Regen nieder. Doch schon scheint wieder die Sonne, bemüht, das leichte Frösteln der Haut zu vertreiben.
Der Asphalt dampft, in den Rinnsteinen plätschert noch das letzte Wasser. Das Grün der Großstadt leuchtet intensiv wie selten. Die Luft, die sonst immer leicht abgestanden über der Metropole liegt, duftet frisch und klar. Mit dem Wind treiben Musikfetzen vorbei, die eine junge Frau mit ihrer Gitarre im Fenster eines entfernten Cafés sitzend auf die Straße schickt. Diese Atmosphäre verbreitet Ane Brun in ihren Liedern.
Die gebürtige Norwegerin spielt einen minimalistischen Folkpop. Ihr zurückgenommen sanfter Gesang kommt meistens mit der Begleitung durch eine sparsam bearbeitete Gitarre aus. Die Musik, die voller Sentimentalität und unausgesprochener Hoffnung steckt, wirkt trotz des Folk-Anteils außerordentlich urban. Ein Stil für den modernen reifen Großstädter, dem man eigentlich nur vorwerfen könnte, dass er mit ähnlichen Mitteln arbeitet, wie das viele der jüngeren skandinavischen Sängerinnen dieser Tage tun. Die Betonung auf eine zarte, zerbrechlich wirkende Stimme in einer sphärischen, wie von Elfen und Feen bevölkerten musikalischen Welt, wirkt zwar immer wieder, aber mittlerweile nicht mehr unbedingt einzigartig.
Ane Brun schafft dennoch kleine Kunstwerke. Lieder, die vorbeiwehen wie leichte, durch den Sommerwind aufgewirbelte Blüten. Sie gehört, wenn man das Wort gebrauchen will, eher zu den Pionieren dieses skandinavischen Frauenwunders. Seit zwölf Jahren macht die 33-Jährige Musik, hat bisher sechs Alben auf einem eigenen Label veröffentlicht und ist seit ihrem Umzug ins schwedische Stockholm mittlerweile auch richtig erfolgreich.
Quasimodo: Kantstraße 12 a, Charlottenburg. Tel. 78 09 98 10, 22 Uhr, Tickets 16 Euro




