Es dürfte nur ein schwacher Trost für die Komische Oper sein, dass sie im Trend liegt: Auch die anderen Musiktheater haben ein Zuschauerproblem, aber ein Rückgang der Ticketverkäufe um über zehn Prozent ist dramatisch. Zumal bei einem Haus, das schon seit Jahren zu den schwach besuchten gehört. Offenbar ist die ganze Werbeaktion mit dem Titel „Opernhaus des Jahres“ verpufft.

Ursachenforschung ist aber nicht nur an der Komischen Oper angesagt. In der Frühphase der Opernstiftung wurde davon geträumt, jährlich eine Million Karten zu verkaufen. Davon ist sie weiter denn je entfernt. Aber der Stiftung sind die Hände gebunden: Der Generaldirektor ist von Amts wegen ein schwacher (das war politisch so gewollt). Er ist auf die Intendanten der Häuser angewiesen. Aber zwei der drei Bühnen sind alles andere als optimal aufgestellt: An der Staatsoper gibt es nach dem erzwungenen Abgang von Peter Mussbach keinen Intendanten mehr. Und Kirsten Harms, der Chefin der Deutschen Oper, werden nur geringe Chancen auf eine Vertragsverlängerung eingeräumt. Die Kulturpolitik sollte schnell für klare Verhältnisse sorgen.