Remakes sind immer heikel, die von lieb gewonnenen, leicht schrulligen Fernsehserien gleich doppelt. Und wenn es sich dann auch noch um eine Agentenserie aus den glückseligen Retro-Dekaden der sechziger und siebziger Jahre handelt, läutet zu Recht die Alarmglocke des Ausverkaufs.
Was an sich schon milde parodistisch ist, wie „Drei Engel für Charlie“ oder „Mit Schirm, Charme und Melone“, wird im Aufguss selten besser. Gegen den angestaubten Retro-Stil des Originals wirkt das Remake dann oft zu glatt, zu perfekt – und zu gezwungen komisch.
Mehr Action als Witz
Daran krankt auch „Get Smart“, die Neuverfilmung der in Deutschland als „Mini-Max oder Die unglaublichen Abenteuer des Maxwell Smart“ bekannten TV-Serie, in der Don Ross als vertrottelter Anti-James-Bond zwischen 1965 und 1970 für den Geheimdienst "Control" gegen den russischen "Kaos" kämpfte.
Deren Eingangsequenz mit den unzähligen Türen die sich nacheinander öffnen, bevor Agent 86 in einem als Telefonzelle getarnten Lift zur Kommandozentrale gelangt, wird in der Version ’08 fast eins zu eins zitiert. Der Herrenschuh, mit dem er telefonieren kann, kommt ebenso vor wie das rote Cabrio, mit dem der Serien-Smart auf Verbrecherjagd ging.
Doch leider fehlt dem Neuaufguss der Charme des Originals ebenso wie der Anarchohumor der „Nackten Kanone“ oder „Austin Powers“, die ihrerseits ohne Mel Brooks' Pionierserie schwer vorstellbar wären. Die Lieblosigkeit, mit der sich „Get Smart“ permanent müde selbst imitiert und dabei doch die Action ernster nimmt als den Witz, ist das eigentliche Verbrechen.
An den Darstellern liegt es nicht. Anne Hathaway tauscht nach ihrem Durchbruch als Modemagazin-Praktikantin in „Der Teufel trägt Prada“ die Seiten und glänzt als Geheimdienst-Veteranin mit physischer wie verbaler Schlagkraft. Und Steve Carell, hierzulande eher durch mittelmäßige Komödien wie „Jungfrau (40), männlich, sucht“ bekannt, in USA als Bürochef der amerikanischen „Stromberg“-Variante „The Office“ längst einer der überragenden TV-Komiker, überspielt hier in der Titelrolle mit stoischer Miene jede Peinlichkeit. Eine Qualität, für die man ihm gern bessere Fettnäpfchen wünschen möchte.
Zumindest leidlich komisch wird es zwischendurch immer dann, wenn Carrell den Schmerzensmann gibt. Wenn er sich im Kampf mit fehlgeleiteten Pfeilgeschossen selbst verwundet, belegt Smart die alte Weisheit: Humor ist, wenn es weh tut. Nur clever ist daran freilich nichts.













