Das neue Jahr hat mit dieser Woche so richtig begonnen, und die Aussichten sind mies. Vielleicht nicht für das ganze Jahr. Man soll die Hoffnung nicht aufgeben. Aber zumindest für die kommende Zeit. Sechs Grad und Regen, im Ernst?
Der Rausch ist vorbei, die Feste sind gefeiert, die Lichterketten werden wieder im Keller vergraben, selbst Petrus verkrümelt sich mit seinem Kater unter der Wolkendecke. Was jetzt kommt, ist der wirklich düstere Teil des Winters. Den man sich nicht an einem alle paar Straßen auftauchenden Glühweinstand schön trinken kann.
Auch im Büro gibt es jetzt keine Ausflüchte mehr. Nun ist die Zeit, in der man sich erst mal auf nichts mehr freuen kann als auf den Frühling, der einen dann auch erst noch ein paar mal zum Narren halten wird. Was jetzt kommt, ist das große Grau. Es sei denn, alles wird noch mal weiß. So wie vor einer Woche. Da ist Berlin morgens aufgewacht und hat sich unter einer dicken Puderzuckerschicht wiedergefunden. Da ist man beim Blick aus dem Fenster ja geradezu verzückt aus dem Bett gesprungen. Und wollte nur eines: raus!
Nur fröhliche Menschen auf den Straßen
Funkelnd und glitzernd und weich sah die Welt aus, so als sei alles Hässliche und Böse dieser Stadt verdeckt und könnte einem nicht mehr wehtun. Selbst der Weg ins Büro war wunderschön.
Ich habe an diesem Tag nur fröhliche Menschen auf den Straßen gesehen. Die Spaziergänger im Lietzenseepark haben versonnen vor sich hin gelächelt, die Jogger liefen mit einem breiten Grinsen ihre Runden und die Kinder haben gejuchzt vor Freude und auf dem Rücken liegend mit Armen und Beinen gewedelt, und so Engelsfiguren in den Schnee gemalt.
Alles war voller Schlitten und Schneemänner, und die Hunde haben Schneebälle apportiert. Große weiße Hunde, die ich sonst noch nie dort gesehen habe, so wie die Schattenwölfe in „Game of Thrones“. Und auch sie schienen zu grinsen. Berlin unter dem ersten Schnee war geradezu märchenhaft.
Und jetzt? Wo bleibt die Russen-Peitsche, wenn man sie braucht? Gut, Berlin unter Schnee und Eis, da wissen wir auch, wie das enden kann. Aber lieber echtes Wetter als diese Zumutung, die uns alle ganz lethargisch macht. Petrus, das war’s für dich.
Frau Holle, übernehmen Sie!





