Baby George hatte diese Woche Geburtstag. Von seinen Eltern bekam er einen handgenähten Fußball (von Papa) und eine CD mit Kinderliedern (von Mama). So weit, so normal. Doch: Die Präsente sind symptomatisch für dieses Kind. Es ist retro und normal (die eigene, landesweite Münze verschweigen wir mal). Es prägt bereits den Look einer ganzen Generation.

Von Babys, versteht sich. Dass es ein niedliches Kind ist, steht außer Frage. Ja, ich weiß, man darf nicht sagen, dass es hässliche Babys gibt. Die werden einfach später hübsch. Aber der Einjährige ist tatsächlich schon nach kurzer Zeit stilprägend. Nicht nur mit seinem Vornamen, der seit seiner Geburt als DER beliebteste Name für britische Jungen gilt.

Was die Mode betrifft, eifert er seiner Mutter nach. Prinzessin Kates Kleidungsstücke stammen gern mal von der High Street in London. Das bedeutet nichts anderes, als dass sie auch für Menschen ohne Apanage erschwinglich sind. Trägt sie blaue Wedges oder ein Kleid mit Punkten, freut sich der Hersteller – die Stücke sind sofort ausverkauft.

Bei Baby George verhält es sich ähnlich. Und das ist gut so. Warum? Es ist noch nicht lange her, da wurden Babys in die Klamotten gesteckt, in denen auch die Mütter herumliefen. Blöd war das, wenn man das Kind einer Carmen Geiss oder einer Tamara Eccelstone ist. Das bedeutete viel Glitzer, Schlagjeans und ulkige Blumenhaarbänder, wieder mit viel Glitzer. Natürlich nicht vom Textil-Discounter.

Mode für Babys ist ein sensationeller Markt. Alle Luxusmarken wie Chloe, Chanel oder Marc Jacobs haben Babysachen. Während zu meiner Zeit Latzhose und Kickers-Schuhe angesagt waren, wurde das Style-Baby in ein Teil von Burberry gestopft. Die Zeiten sind zum Glück bald vorbei. Prinz George und sein Vintage-Stil, der ohne schreiende Farben und zu viele überdrehte Marken auskommt, ist angesagt.

Farben wie blau, grau, weiß oder creme dominieren seine Garderobe. Glitzer gibt es nicht, höchstens mal ein gesticktes Segelboot. Der Junge ist immerhin ein Royal mit später eigener Krone. Außerdem muss er die Kindersachen seines Vaters William auftragen, dadurch hat er diesen 80er-Jahre Kensington-Palace-Schick. Aber unter dem dunkelblauen Pulli geht auch mal ein Dinosaurier-T-Shirt, da bin ich mir sicher.