Viele Menschen, besonders weibliche, befinden sich gerade kurz vor dem Nervenzusammenbruch. Der Grund dafür: Sommerzeit. Bedeutet: Packzeit. Urlaub steht an. Manche Frauen sollen beim Anblick eines Koffers sogar in Tränen ausbrechen, habe ich mir sagen lassen.
Mein Kollege, der gerade in den Urlaub gefahren ist, ist da wesentlich entspannter. Er hat einen Tag vor der Abreise einfach „Dinge in den Koffer gepackt“.
Diese Aussage hat bei den Kolleginnen Heulen und Zähneklappern ausgelöst. Was denn sei, wenn er spontan auf eine Housewarming-Party auf einer Finca eingeladen würde? Oder zum Polo? Das sei nicht sein Problem, erklärte er lapidar. Er wolle am Pool liegen und Schluss.
Frauen sind da ganz anders: Da werden Listen für die Klamottenauswahl angelegt, nach allen Eventualitäten. Die Accessoires-Schlacht vor dem Urlaub will kein Ende nehmen. Manche von uns leben in den United Nations of Rollkoffer. Bevorzugt Montag oder Freitag sieht man diese Pendlervölker über das Kopfsteinpflaster ziehen. Das sind natürlich die Experten im Kofferpacken. Denkt man.
Nach eingehender Befragung haben Pendler das Problem, dass immer genau das Teil, das man benötigt, in der anderen Wohnung liegt. Eine Freundin hat deshalb wie ein Eichhörnchen überall schwarze Pumps deponiert. Notschuhe, sozusagen. Für den Urlaub helfen uns diese Ratschläge nicht. Aber vielleicht Folgendes: Wenn Sie Zeit haben, legen Sie sich tatsächlich Outfits auf dem Bett zusammen. Sortieren Sie nach reellen Anlässen: Strand, Ausgehen, Sport machen.
Eine Sache, die so sicher ist wie der Sonnenbrand am ersten Tag: Sie werden zu viele Schuhe mitnehmen. Wenn Sie also von sechs auf vier „runtergepackt“ haben, muss mindestens noch ein Paar zu Hause bleiben. Und, für die ganz harten Fälle, die sich überhaupt nicht entscheiden können: Wählen Sie zwei Grundfarben für Ihre Kleidung aus. Als Joker darf ein buntes Kleid mit. Brutales Programm bei Städtetrips: schwarze Hose, weiße Oberteile. Ein paar flache, ein paar hohe Schuhe. Fertig und funktioniert. Und wenn das alles nicht hilft, gibt es noch die totale Befreiung à la Wolfgang Joop: „Es gibt nichts, das man am Ferienort nicht kaufen könnte. Deshalb reise ich immer ohne Koffer.“ Auch eine Lösung.



