Meine Woche

Die Not an Berlins Schulen ist größer als gedacht

Nicht nur der Putz bröckelt an berlins Schulen. Auch beim Anfang der Legislaturperiode ausgerufenen Schulfrieden gibt es Risse. Gilbert Schomaker über die Probleme von Schülern, Eltern und Lehrern.

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

Es sind zwei Meldungen aus dieser Woche, die viele Eltern mit Kindern am Schulsystem in Berlin zweifeln lassen. Da tut der Senat endlich mit einem 100-Millionen-Euro-Programm etwas Gutes gegen den Verfall vieler Schulen. Doch dann kommt die Nachricht, dass Schulbauten wegen Statikproblemen gesperrt werden mussten. Die Not ist offenbar größer als gedacht.

Nicht nur der Putz bröckelt. Auch beim Anfang der Legislaturperiode ausgerufenen Schulfrieden gibt es Risse. In der Senatsbildungsverwaltung wird ein neuer Rahmenlehrplan erstellt. Was sich bürokratisch anhört, könnte große Auswirkungen auf die Inhalte der Bildung haben.

Besonders betroffen ist das Schulfach Geschichte. In den Klassen fünf und sechs soll es mit den Fächern Erdkunde und politische Bildung zusammengelegt werden.

Dabei hatte man sich in der rot-schwarzen Koalition darauf verständigt, nach den vielen, häufig umstrittenen Reformen Schüler, Eltern und Lehrer in Ruhe zu lassen. Treibende Kraft ist hier die SPD. Bevor inhaltliche Reformen neue Unruhe an die Schulen bringen, sollte man sich den aktuellen Problemen widmen – der Sanierung der Gebäude.

Falls die Bezirke wegen Personalmangels überfordert sind, die 100 Millionen Euro schnell auszugeben, muss die Senatsbau- oder die Senatsbildungsverwaltung helfen. Und dann bleibt das Dauerproblem der fehlenden Lehrer. Wenn der Geschichtsunterricht von einem Mathelehrer gegeben werden muss, hilft auch kein neuer Rahmenlehrplan.