Haben Sie auch ein Déjà-vu, wenn Sie das Wort „ICC“ hören? Kommt es Ihnen auch so vor, als wäre alles, was zum Internationalen Congress Centrum in Berlin gesagt und geschrieben worden ist, schon einmal gesagt und geschrieben worden? Nun, seien Sie beruhigt, es ist genauso, wie Sie es empfinden. Es ist alles schon einmal gesagt und anschließend aufgeschrieben worden.

In dieser Woche tagte der Wirtschaftsausschuss im Abgeordnetenhaus, um über die Zukunft des ICC zu beraten. Das Congress Centrum, von den Berlinern liebevoll „Raumschiff“ genannt, steht seit einem knappen Jahr leer, kostet aber jeden Monat viel Geld – und kein politisch Verantwortlicher traut sich bislang, eine Entscheidung zu fällen. Viele Architekten kämpfen um den Erhalt des doch beeindruckenden Gebäudes, wohl wissend, dass es für Kongresse, Konzerte oder andere Großveranstaltungen nicht mehr zeitgemäß, kaum noch zu nutzen ist. Aber wer einmal dort war, wer die Kongresse der Medizin oder der Touristik, Konzerte und Parteitage besucht hat, der kann die Faszination verstehen. Einige Berliner wollen jetzt erreichen, dass das ICC unter Denkmalschutz gestellt wird.

Am vergangenen Montag nun, zeitgleich zur Sitzung des Wirtschaftsausschusses, wurde ein neues Gutachten – diesmal der Stadtentwicklungsverwaltung – bekannt. Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU) gab dazu am Montagmorgen ein merkwürdiges Radiointerview, man hatte den Eindruck, als habe sie mit dem ICC gar nichts zu tun. Obwohl die CDU-Politikerin doch die zuständige Senatorin ist und deshalb eigentlich Vorschläge machen muss, wie es am Messedamm weitergehen soll. Yzer verwies aber immer wieder auf das Abgeordnetenhaus und sagte solche Sätze wie: „Wir müssen die Augen offenhalten. Ist ein privater Investor da, der sich mit engagieren möchte?“

Das ICC soll kein Shoppingcenter werden - oder vielleicht doch?

Das neue Gutachten jedenfalls besagt, dass man im ICC kein Shoppingcenter unterbringen könne, weil dann die Einkaufsstraßen in der Umgebung leiden würden. Massiv sogar. Vorherige Gutachten wiederum kamen zu dem Ergebnis, dass das ICC nur als großes, modernes Shoppingcenter genutzt werden könne, weil sich alle anderen Nutzungen in diesem Bau nicht rechnen würden. Überhaupt nicht.

Was nun? Nun stellt der Senat alles auf Anfang – und diskutiert, ob das ICC nicht doch weiter als Kongresszentrum erhalten werden kann. Das würde dann aber sehr viel mehr Geld kosten als 200 Millionen Euro. Diese Summe, auch daran erinnern wir uns, haben SPD und CDU gemeinsam als die Summe festgelegt, die höchstens für eine Sanierung des ICC ausgegeben werden darf. Sie würde natürlich nicht ausreichen, wenn man das Kongresszentrum nach einer Sanierung wieder als solches nutzen würde. Schon ist im Abgeordnetenhaus von 400 Millionen Euro die Rede. Aber auch das hatten wir ja schon einmal gehört – vor einigen Jahren, als die Diskussion um das ICC und seine Zukunft begann. Also gehen wir dorthin zurück. Ganz an den Anfang.