Berlin bewirbt sich – um die Austragung der Olympischen Spiele im Jahr 2024 oder 2028. Der Senat jedenfalls hat sich dafür entschieden, nun muss der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) sich noch festlegen, ob er mit Berlin oder Hamburg ins internationale Rennen um die Austragung der Spiele geht.

Klaus Wowereit, der scheidende Regierende Bürgermeister, ist überzeugt, dass Deutschland nur eine Chance hat, sich gegen die anderen Bewerber aus aller Welt durchzusetzen, wenn der DOSB mit der deutschen Hauptstadt antritt. Schließlich ist Berlin international bekannt, ein beliebtes Reiseziel und ziemlich gut gerüstet für Großereignisse, auch für die sportlichen.

Das haben wir ja in diesem Jahr einmal mehr erlebt, als die deutsche Nationalmannschaft nach dem Sieg der Fußball-Weltmeisterschaft nicht in Frankfurt am Main oder Hamburg den Titelgewinn feierte, sondern wie selbstverständlich in Berlin. Auf der Fanmeile, zu der hunderttausende Menschen aus ganz Deutschland kamen.

Wowereit fordert aber zu recht auch ein Bekenntnis von Deutschland – also beispielsweise von der Bundesregierung oder vom Bundespräsidenten – für eine solche Berliner Bewerbung. Es ist eben nicht Sache der Stadt allein, die Olympischen Spiele auszutragen. Ganz Deutschland muss das wollen. Und natürlich müssten sich auch die Berliner selbst noch klar dafür aussprechen, denn gegen den Willen der Menschen eine internationale Bewerbung abzugeben, ist heutzutage sicherlich nicht mehr möglich.

Im Berliner Abgeordnetenhaus ist die Sache eindeutig: SPD und CDU bekennen sich schon jetzt zu dem Großereignis, weil es auch eine Chance für die Stadt ist. Doch die Grünen, immerhin größte Oppositionspartei, kneifen wieder mal. Am Donnerstag wurde die von den Grünen mit ausgearbeitete Resolution für eine Olympia-Bewerbung im Abgeordnetenhaus nicht beschlossen, sondern erst einmal in die Ausschüsse vertagt.

Die Grünen-Fraktionsspitze mit Ramona Pop und Antje Kapek – gerade in ihren Ämtern bestätigt – will den Grünen- Parteitag am kommenden Wochenende abwarten. Dort steht nämlich auch ein Antrag gegen eine Olympia-Bewerbung auf der Tagesordnung. Was für eine furchtsame Politik.