Wowereit-Nachfolge

Müller - „Ich möchte Regierender Bürgermeister werden"

Stöß, Saleh und jetzt auch Müller. Der Stadtentwicklungssenator hat erklärt, für die Wowereit-Nachfolge zu kandidieren. Damit wird er zum dritten Mann im Kampf um das Rote Rathaus.

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Damit sind es schon drei Kandidaten, die Regierender Bürgermeister in Berlin werden wollen: Am Freitag kündigte Stadtentwicklungssenator Michael Müller seine Kandidatur für die Nachfolge des aus dem Amt scheidenden Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) an.

„Ich will Regierender Bürgermeister werden“, sagte Müller. Nach reiflicher Überlegung und Rücksprache mit seiner Familie und politischen Weggefährten habe er sich zu diesem Schritt entschieden.

„Fragen der Arbeit und des sozialen Ausgleichs liegen mir am Herzen. Die Stadtentwicklung wird eine herausragende Bedeutung haben“, erklärte Müller.

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Der 49-Jährige war schon vor einigen Jahren als Kandidat für das Amt des Regierenden Bürgermeisters gehandelt worden. Der Stadtentwicklungssenator führte als Vertrauter Wowereits von 2004 bis 2012 den Berliner SPD-Landesverband, verlor den Posten dann aber an den jetzigen Landeschef Jan Stöß.

Von 2001 bis 2011 war Müller auch SPD-Fraktionschef im Abgeordnetenhaus, bevor er in dieser Funktion von Raed Saleh abgelöst wurde. Der verlorene Volksentscheid gegen eine Bebauung des stillgelegten Flughafens Tempelhof im Mai dieses Jahres war bislang seine bitterste Niederlage als Senator.

Enges Vertrauensverhältnis zu Wowereit

Müller sagte am Freitag, er habe „möglicherweise doch Erfahrungen gesammelt, die wichtig sind auch in den nächsten Jahren der politischen Arbeit.“ Er sei „einen langen Weg der politischen Arbeit mit Klaus Wowereit gemeinsam gegangen“.

Wowereit und er hätten gemeinsam führende Aufgaben übernommen und ein enges Vertrauensverhältnis, betonte der Senator. Schon am Tag der Rücktrittsankündigung Wowereits habe er sich mit diesem über eine mögliche Kandidatur ausgetauscht.

Die beiden Mitbewerber nahmen Müllers Kandidatur sportlich auf. „Ich freue mich auf den fairen Wettbewerb zwischen den bislang drei Kandidaten. Die 17.000 Mitglieder der Berliner SPD haben jetzt das Wort“, sagte Landeschef Stöß. „Ich respektiere die Kandidatur von Michael Müller. Er hat langjährige Politikerfahrung und wir arbeiten gut zusammen. Ich freue mich auf einen fairen Wettstreit“, sagte Fraktionschef Saleh.

Kandidaten haben bis Montag Zeit

Bis zum Montag haben weitere Kandidaten Zeit, sich für die Wowereit-Nachfolge zu bewerben. Allerdings wird in der SPD nicht mit weiteren Bewerbungen gerechnet. Unklarheit besteht noch über das Verfahren. Als sicher gilt, dass es mehrere öffentliche Aufeinandertreffen der Kandidaten geben wird. Unklar ist noch, wie der Abstimmungsbogen aussieht, den die 17.000 Mitglieder der Berliner SPD zur Abstimmung erhalten werden.

Müller strich am Freitag seine politische Erfahrung heraus, die ihn im Gegensatz zu seinen beiden Widersachern auszeichne. „Ich kann für Dinge kämpfen, habe aber auch gelernt, dass nicht immer alles funktioniert“, sagte der SPD-Politiker. Auf einen künftigen Koalitionspartner, mit dem er am liebsten zusammenarbeiten wolle, mochte sich der Tempelhofer Sozialdemokraten aber nicht festlegen.