Garten

Für Unkraut keine Chance – Eine Hymne an die Elfenblume

Der Bund deutscher Staudenzüchter hat das Gewächs zur Blume des Jahres gekürt. Eine gute Wahl, findet Gartenspezialistin Gabriella Pape. Denn die Elfenblume rückt lästigem Unkraut zu Leibe.

Foto: Marion Nickig / picture alliance / dpa Themendie

Endlich tritt eine bezaubernde, wenn auch recht unscheinbare, Waldblume aus ihrem Schattendasein heraus: die Elfenblume (Epimedium). Sie ist vom Bund deutscher Staudenzüchter 2014 zur Blume des Jahres gekürt worden. Das hat für den Staudenliebhaber und auch für mich hoffentlich den großen Vorteil, dass all die wunderschönen Sorten, die wir seit Jahren aus fernen Ländern importieren mussten, nun endlich auch in Deutschland erhältlich sind. Als Gartengestalterin ist für mich speziell die Kategorie der bodendeckenden, also der Ausläufer bildenden Elfenblumen interessant, denn sie entwickeln dichte Wurzelgewebe in schattigen, halbschattigen und schwierigen Gartenbereichen. Besonders dort, wo Wurzelkonkurrenz durch Bäume und Trockenheit herrschen, können sie ein dichtes und für Unkräuter undurchlässiges Blätterwerk produzieren.

Wichtig ist, gleich bei der Pflanzung damit nicht zu kleckern, sondern zu klotzen. Ich empfehle zwischen neun bis zwölf Pflanzen pro Quadratmeter zu setzen. Wer weniger pflanzt, muss viel länger auf eine geschlossene Pflanzendecke warten. Übrigens kann sich die Elfenblume, wenn sie einmal gut etabliert ist, sogar gegen Giersch durchsetzen. Das soll jetzt nicht bedeuten, dass Sie ein paar Elfenblumen in ein von Giersch durchsetztes Beet pflanzen und dieser dann im Handumdrehen verschwindet. Nein, so funktioniert das natürlich nicht.

Seit Jahrzehnten hat das Unkraut keine Chance

Ich beobachte seit etwa 30 Jahren, dass eine von mir vor genau so langer Zeit gepflanzte Epimediumfläche an einem sehr schattigen Platz unter einer Felsenbirne noch immer frei von Giersch ist, obwohl alle angrenzenden Pflanzflächen von ihm beherrscht werden. Wenn ich jetzt dazu Stellung nehmen sollte, warum ich es zulasse, dass der Giersch den Garten meiner Eltern erobert, kämen wir fürchterlich vom Thema ab. Also, dort, wo das Epimedium x perralchicum „Frohnleiten“, eine sehr schöne immergrüne gelbblühende Sorte, wächst, bedeckt es lückenlos den Boden und lässt keinem Unkraut eine Chance – und das seit vielen Jahrzehnten. Das soll ihm mal einer nachmachen.

Ganz wichtig: Viele der Ausläufer bildenden Elfenblumen aus Europa, Nordafrika und Vorderasien sind immergrün, was für Stauden generell ungewöhnlich und in diesem Fall natürlich auch sehr begehrenswert ist, besonders in warmen Wintern. Denn bei wärmeren Temperaturen tanzen nicht nur Schnecken, Wühlmäuse und andere Schädlinge vor Jubel und nutzen die Gelegenheit, doch noch eine Extrageneration zu produzieren, sondern auch die ungewollten Gartenkräuter. Ein immergrüner Bodendecker hilft da sehr, denn eine geschlossene Pflanzendecke verschattet den Boden und verhindert so das Auflaufen von Sämlingen, dafür brauchen nämlich fast alle Pflanzen Licht.

Rückschnitt mit der Heckenschere - oder gleich dem Rasenmäher

Weitere sehr schöne und ebenfalls Ausläufer bildende Elfenblumen sind E. x cantabrigiense, E. x versicolor „Sulphureum“ und E. alpinum. Die meisten dieser Sorten überzeugen insbesondere durch den leuchtend roten Jungaustrieb im März, der die herzförmige Blattaderung besonders schön zur Schau stellt. Wer sich traut, den alten Blattbestand jetzt oder in den nächsten zwei bis drei Wochen bis zum Boden herunter zu schneiden, wird besonders durch üppigen Blattnachwuchs belohnt. Dieser Rückschnitt kann auch gerne mit der Heckenschere, oder noch radikaler, mit dem Rasenmäher vorgenommen werden.

Die zweite Gruppe der Elfenblumen sind etwas heiklere Genossen. Sie unterscheiden sich vor allem darin, dass sie Horste bilden und sich nicht durch Ausläufer ausbreiten. Viele von ihnen sind nicht nur sehr kostspielig, sondern auch schwieriger in der Haltung, mit anderen Worten, eher Liebhaberpflanzen wie etwa die beiden weißblühenden Sorten E. x yongianum ‘Niveum‘ und E. grandiflorum.