Der heutige Morgen zeigte mir deutlich: Der Herbst ist da! Er zeigte sich nicht nur durch die sehr kühlen Temperaturen, sondern vor allem durch dieses Licht, dieses besondere Strahlen, das nur er in seinem Repertoire hat. In unserem Staudenbeet sind für dieses Leuchten die Astern mit verantwortlich. Die große Gattung der Astern umfasst etwa 600 meist krautige Arten. Unsere herbstblühenden Arten stammen größtenteils aus Nordamerika, während die im Frühjahr und Sommer blühenden Vertreter in Europa und Asien beheimatet sind. Da aber die Blütenvielfalt in den Sommermonaten sehr groß ist, haben die Herbstastern eher eine größere Bedeutung für uns.

Die Astern gehören zu den Korbblütlern. Bemerkenswert ist die Menge der Blüten, die eine Pflanze entwickeln kann. Ihre oft kleinen Blüten wachsen so eng zusammen, dass sie wie eine einzige große Blüte wirken. Wenn Hunderte dieser kleinen Blüten zusammenstehen, sehen sie oft attraktiver aus, duften stärker, schützen sich gegenseitig vor Austrocknung und werden von Insekten besser wahr genommen.

Glattblatt- und Kissen-Aster

Wir unterscheiden bei den Herbstastern die Glattblatt-Aster (Aster novi-belgii), die Rauhblatt-Aster (Aster novae-angliae) und die Kissen-Aster (Aster dumosus). Die Glattblatt-Astern haben gegenüber ihren rauhblättrigen Verwandten den Vorteil, dass sie auch bei schlechtem Wetter ihre Blüten öffnen. Die Rauhblattastern sind dafür widerstandsfähiger gegen Mehltau und Welke. Mehltau kann am besten durch eine gute Wasserversorgung vorbeugt werden. Damit die Astern lange standfest im Beet bleiben, sollten sie gut mit Humus versorgt werden, denn sonst steht man wieder vor der Frage: stäben oder nicht stäben?

Die hohen Herbstastern finden im Staudenbeet als Leitstauden Verwendung; als Begleiter eignen sich Gräser mit ihrer bezaubernden Herbstfärbung, wie z.B. die Rutenhirse (Panicum virgatum Strictum), das Diamant-Reitgras (Calamagrostis brachytricha) und Pfeifengräser wie Molinia Transparent. Gemeinsam bilden die Samenstände den Rahmen für das winterliche Bild im Beet. Die beigebraunen Samenhaare der reifen Blütenstände bezaubern im Gegenlicht jeden Betrachter.

Astern spielen sich in den Vordergrund

Ein kleiner Nachteil einiger Astern ist, dass sie sich vermehrt aussähen und sich dadurch im Beet verstärkt in den Vordergrund spielen. Da die Astern erst spät in Erscheinung treten, kann die Kombination mit Einjährigen sehr reizvoll sein, dafür eignen sich der Ziertabak (Nicotiana) oder die Schmuckkörbchen (Cosmos bipinnatus) hervorragend. Auch für leicht schattige Gartenplätze gibt es nette kleine Vertreter, so ist die Aster divaricatus (Weiße Wald-Aster) ein idealer Bodendecker, der gut Wurzeldruck verträgt und die Aster ageratoides ist ein robuster Flächendecker für Gehölzränder.

Die kleinblumigen Herbstastern beeindrucken durch eher zarte Farben und ihren natürlichen Charakter. Besonders schön finde ich die Myrtenaster(Aster ericoides), die waagerechte Aster (Aster laterifolius var.horizontales) sowie die Aster laevis, die durch ihre elegante Erscheinung und hellblaue Blütenwolken auffällt. In unserem Beet haben sich während der letzten fünf Jahre von den Rauhblatt-Astern die Sorten „Andenken an Alma Pötschke mit leuchtender lachsrosafarbener Blüte (etwa 100 Zentimeter hoch) und die nur 70 Zentimeter hohe „Purple Dom“ in tiefem Purpurviolett bewährt. Die Aster ageratoides „Anneke van der Jeugd“ zeichnet sich durch ihre Standfestigkeit aus und blüht in einem zarten Violettton.

Nicht unerwähnt soll Karl Foerster bleiben, der durch eine Vielzahl von Züchtungen maßgeblich zur Verbreitung der Astern beigetragen hat. Frühe Züchtungen Karl Foersters, wie die Aster novi-belgii Rosenquarz von 1949 oder Rubinschatz von 1960, finden wir nach wie vor in unseren Gärten.