„Probiert es einfach mal mit Gott“, schrieb ich hier letzten Freitag. „Aber wie?“, fragte mich daraufhin Helene Schmidt, regelmäßige Leserin, „keine Ahnung, wie soll das gehen. Wo finde ich ihn?“

Und natürlich können Sie Gott allein in Ihrem Kämmerchen finden. Ich denke aber, die Chance ist größer, wenn Sie sich seine Fans anschauen. In ihrer Mitte wurde Gott schon oft gesehen. Wie aber ticken Christen, was macht sie aus? Eine gute Gelegenheit, das herauszufinden, bietet sich übermorgen. Am Sonntag findet von 11 bis 18 das Sommerfest der Berliner Stadtmission in der Lehrter Straße am Hauptbahnhof statt.

Kommen Sie bitte pünktlich, denn eröffnet wird dieser Tag um elf Uhr mit dem Begrüßungsgottesdienst. Kurze Rückschau: Ich arbeite ja knapp über 30 Jahre in der Berliner Stadtmission, mit vielen Kolleginnen und Kollegen, auch mit mehreren Direktoren. Gerhard Kiefel lernte ich bereits 1985 während eines Praktikums in der Stadtmission kennen. Vielleicht haben Sie den Namen Hans-Georg Filker schon gehört, leitete das Werk lange Jahre nach ihm, prägte es beachtlich.

Manchmal wird das schräg – Gott findet nämlich Sie

gerne erinnere ich mich an die Jahre mit Joachim Lenz, er ist ja nun seit dem 1. August 2020 Probst in Jerusalem. Christian Ceconi kam mit seiner Familie aus Kanada, ist jetzt bereits einige Jahre dabei. Es sind schon unterschiedliche Menschen, unter anderem aber haben sie eines gemein – sie können verdammt gut predigen. Von Gott erzählen, sich im Gottesdienst mit ihm unterhalten.

Probieren Sie das ruhig mit Pfarrer Ceconi aus, er ist Kommunikationsfachmann mit Gott und Jesus. Manchmal springt der Funke ja über … Zeigen Sie sich neugierig, machen sich auf den Weg – manchmal wird das schräg. Gott findet nämlich Sie. Ausprobieren!

Ich möchte Sie lediglich neugierig machen

Aber auch sonst sollte der Tag gut werden und Sie dürfen gespannt sein. Das Programm ist bunt. So wie die Stadtmission bunt ist oder sagen wir besser, ein breites Spektrum hat. Gesang, Theater, Tanz, eine Lesung, Interviews, es präsentieren sich verschiedene Bereiche der Berliner Stadtmission. Von unserer Obdachlosenarbeit haben Sie vermutlich gehört. Was passiert aber mit inhaftierten Menschen, welche vielfältigen Beratungsangebote unterbreiten wir, werden ehemalige Flüchtlinge integriert, wie Textilien verwertet, wie unterschiedlich sind die Gemeinden, welche Hilfen für Senioren gibt es, welche Angebote für Kinder, Jugendliche, Familien? Es fehlt der Platz, alles aufzuzählen, ich möchte Sie aber lediglich neugierig machen.

Ein paar Feste habe ich ja bereits erlebt und das hat immer auch etwas einer riesigen Familienfeier: Familientag mit der Stadtmission. Viele dümpeln in Berlin allein vor sich hin, leiden an und unter Einsamkeit. Testen Sie ruhig das Gegenprogramm. Und vielleicht finden wir bei einer Tasse Kaffee ja sogar Gelegenheit, uns darüber auszutauschen, ob das kalter Kaffee oder deutlich mehr ist?! Begegnungen mit Ihnen, den Leserinnen und Lesern, finde ich immer spannend. Gelegentlich finden sie ja zufällig statt.

Für Ihr leibliches Wohl ist gesorgt

Schauen Sie ruhig mal hinter die Kulissen: Wie funktioniert das mit den ganzen Hilfen, wo können und wollen Sie vielleicht zupacken, um zu unterstützen? Sie brauchen sich übrigens kein Stullenpaket mitzubringen. Für Ihr leibliches Wohl ist gesorgt. Essen und Getränke werden auch reichen, wenn sich ein paar Gäste mehr an die Tafel setzen. Und natürlich kommen auch Kinder auf ihre Kosten: Kinderschminken, Hüpfburg, Kletterturm.

Ein Treffen mit Familie und Freunden. Und so freue ich mich sehr auf viele, die ich schon ein paar Tage nicht mehr gesehen habe, hey – sehr auf Kaweh Niroomand von den Berlin Recycling Volleys, ein Interview mit ihm, neugierig bin ich auf die Maskottchen von Hertha BSC und Alba Berlin. Aber ich freue mich auch, treffe ich am Sonntag irgendwo im Gelände Jesus. Ich wollte ihm noch danke sagen!