Der Bundespresseball, der an diesem Freitagabend im Berliner Hotel Interconti an der Budapester Straße über die Bühne geht, ist traditionell ein Schaulaufen der Polit-Prominenz.
Sieht man mal ab von Kanzlerin Angela Merkel, die seit ihrer Wahl 2005 alle Jahre wieder einen Bogen um das Ball-Ereignis macht. Damals war sie gerade frisch ins Amt gekommen, hatte aber zeitgleich zum Ball einer derart schnöden Versammlung der kommunalpolitischen Vereinigung der CDU in einem Hamburger Kongresszentrum den Vorzug gegeben. Damit lösten sich sämtliche Hoffnungen in Luft auf, dass sie sich eines Tages vielleicht doch noch mal mit ihrem Mann Joachim Sauer zur Teilnahme bewegen lässt.
Andere Kabinettsmitglieder können hingegen gar nicht genug bekommen: Die eigentlich schon abgewählten FDP-Minister Dirk Niebel und Daniel Bahr geben sich ein letztes Mal in verlorener Funktion auf dem Tanzboden die Ehre. Auch die CSU-Minister Hans-Peter Friedrich und Peter Ramsauer lassen sich nicht die Partylaune davon verderben, dass wegen des noch ausstehenden SPD-Mitgliederentscheids über den Koalitionsvertrag die Namen der Mitglieder des nächsten Kabinetts noch immer nicht offiziell verkündet wurden. Sie stehen auch dieses Jahr wieder auf der Gästeliste. Und sind, wie zu hören ist, fest entschlossen zu kommen.
Dabei werden beide vorher auch noch auf einer wichtigen CSU-Sitzung mit Parteichef Horst Seehofer in München erwartet. Wie zu hören ist, haben sie ihre Flüge aber offenbar so gebucht, dass sie trotzdem noch rechtzeitig im Interconti sein können.
Freuen dürften sich die Organisatoren auch über die Zusage von Ursula von der Leyen. Sie könnte zwar ihren Job als Arbeitsministerin verlieren, aber zumindest das Gesundheitsressort dürfte für sie im Postenpoker herausspringen.
Der „gefühlte“ neue Außenminister ist mit SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier ebenfalls an Bord – und sogar die Kanzlerin ist diesmal irgendwie doch dabei: Das Bundespresseamt hat im Ball-Almanach eine Anzeige geschaltet, die die Regierungschefin im Tanz mit Frankreichs Staatspräsidenten Francois Hollande zeigt. Das Bild ist allerdings eine Fotomontage.




