Nach dem überraschenden Weggang von Martina Klement hat der Berliner Senat schnell einen Nachfolger für das Amt des Chief Digital Officer gefunden: Es ist Matthias Hundt. Er ist gleichzeitig Staatssekretär für Digitalisierung und Verwaltungsmodernisierung. Das teilte die Senatskanzlei mit.
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hat Hundt am Mittwoch ernannt. Der 57-Jährige wurde in Dresden geboren und hat nach einer Ausbildung als Werkzeugmacher Betriebswirtschaft studiert. Der Unternehmer ist seit 2019 Geschäftsführer der Sachsen Digital Solutions GmbH. Zuvor war er Prokurist und Mitglied der Geschäftsleitung der Dresden Information GmbH.
Berliner Verwaltung soll schneller und digitaler werden
„Matthias Hundt wird die Digitalisierung der Berliner Verwaltung voranbringen und dabei einen Fokus auf EGovernment, aber auch auf die IT-Sicherheit und Schutz der kritischen Infrastruktur legen“, sagte Wegner.
Hundt ergänzte, Berlin habe das Potenzial, bei der Digitalisierung der Verwaltung eine führende Rolle einzunehmen. „Dieses Potenzial werden wir jetzt mit Nachdruck heben.“ Sein Ziel sei, die Modernisierung der Verwaltung voranzutreiben und Berlin schneller, effizienter und digitaler zu machen.
News zur Berlin-Wahl 2026
Selbst Mitarbeiter von Klements Schritt überrascht
Hundts Vorgängerin Martina Klement, die aus Bayern kommt und CSU-Mitglied ist, hatte ihren Posten in Berlin aufgegeben, um als Wirtschaftsministerin ins Brandenburger Kabinett einzutreten. Selbst Mitarbeiter seien von diesem Schritt überrascht gewesen, hieß es.
Die Juristin hat maßgeblich die Verwaltungsreform in Berlin hinter den Kulissen vorangetrieben. Sie gilt als eines der zentralen Vorhaben Wegners. Das Ziel ist mehr Effizienz und mehr Bürgernähe. Das Abgeordnetenhaus hat dafür bereits ein Landesorganisationsgesetz und Änderungen der Berliner Verfassung beschlossen. Die Umsetzung des Reformprojekts steht aber noch aus.

Klement dankte Wegner für seine „großartige Unterstützung“ und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Gemeinsam sei es gelungen, eine Verwaltungsreform für Berlin zu beschließen und Berlin für die Zukunft mit weniger Bürokratie und klaren Zuständigkeiten besser aufzustellen. „Auch die Bürgerämter sind wieder für die Berlinerinnen und Berliner da und bieten einen umfassenden Service an, mit immer mehr digitalen Dienstleistungen.“
SPD-Spitzenkandidat Krach bedauert Klements Ausscheiden
Wegner selbst dankte Klement für ihren „herausragenden Einsatz für Berlin“. „Ich wünsche ihr alles Gute in Brandenburg und freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit der neuen brandenburgischen Landesregierung für und in der Metropolregion Berlin-Brandenburg.“
Der SPD-Spitzenkandidat für die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus, Steffen Krach, bedauerte den Wechsel Klements ins Nachbarland. „Es ist bitter für Berlin, wenn diejenige von Bord geht, die die Verwaltungsreform im Roten Rathaus emsig vorantrieb“, erklärte er.
tok mit dpa





