Auszeichnung

Meng Meng zum beliebtesten Panda außerhalb Chinas gewählt

Die Bärin des Berliner Zoos ist beim "Giant Panda Global Award" zum beliebtesten Panda außerhalb Chinas gewählt worden.

Weiß gar nicht, wie beliebt sie ist: Panda-Dame Meng Meng.

Weiß gar nicht, wie beliebt sie ist: Panda-Dame Meng Meng.

Foto: dpa Picture-Alliance / AA/ABACA / picture alliance / abaca

Berlin. Vor dem Panda-Gehege im Zoo hatten am Donnerstagnachmittag bereits etliche Kamerateams und Fotografen ihre Stative aufgebaut – doch wer fehlte, war der Star. Wo steckte Meng Meng? „Sie ist eben eine Diva“, erklärte Zoo-Sprecherin Christiane Reiss. Aber eine Diva liebt das Scheinwerferlicht, und so ließ sich auch die Panda-Dame nur etwas bitten. Gemächlich trottete sie schließlich aus dem Stall heraus, blickte sich kurz um und setzte sich erst einmal hin. Ja, so sehen Sieger aus. Ein halbe Stunde zuvor war das Geheimnis gelüftet worden: Meng Meng ist der beliebteste Panda außerhalb Chinas. Beim diesjährigen „Giant Panda Award“ holte die vier Jahre alte Bärin in dieser Kategorie Gold.

Insgesamt wurde der Zoo Berlin mit drei Panda-Awards ausgezeichnet: zweimal gab es Gold und einmal Bronze. Den zweiten Sieg konnte der Zoo in der Kategorie „Der Panda-Moment des Jahres“ erringen. Gewürdigt wurde die feierliche Eröffnung des Panda Gardens am 5. Juli 2017 im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel und des chinesischen Präsidenten Xi Jinping. In der Kategorie „Schönstes Panda-Gehege in einem Zoo“ ging ein Award in Bronze nach Berlin.

„Wir sind sehr stolz auf diese Auszeichnung“, sagte Zoo- und Tierparkdirektor Andreas Knieriem nach der Ehrung. Immerhin gebe es erst seit einem halben Jahr wieder Pandas in Berlin. Die Eröffnung des Panda Gardens sei auch für ihn ein wunderbarer Augenblick gewesen, den er ein Leben lang in Erinnerung behalten werde. Und natürlich freue er sich auch, dass Meng Meng zum beliebteste Panda außerhalb Chinas gewählt worden sei. „Sie ist wirklich sehr hübsch, ein ganz Knuffige und Süße“, sagt Knieriem. Als Panda könne man sich wohl sehr einfach in sie verlieben. Dass Meng Meng ab und zu rückwärts läuft, um ihren Willen durchzusetzen – diese Eigenart hat bei der Nominierung und Bewertung keine Rolle gespielt. Sie habe allein mit ihrem Charme überzeugt, so Andreas Knieriem

Seit 2012 wird der Giant-Panda-Award – der Oscar der internationalen Panda-Welt – im Jahr verliehen. Vom 20. Dezember 2017 bis zum 21. Januar 2018 konnten Panda-Fans aus der ganzen Welt über die Vergabe der Auszeichnung in zwölf Kategorien abstimmen. Der Zoo Berlin war in fünf Kategorien nominiert und Gastgeber der diesjährigen Preisverleihung. 300.000 Panda-Freunde aus 127 Ländern hatten sich dieses Jahr beteiligt. „Eine so große Resonanz hatten wir noch nie“, sagt Jeroen Jacobs von Giant Panda Global. Er ist Panda-Botschafter und hat den Preis ins Leben gerufen. „Mit diesem Award möchten wir weltweit auf die Bedrohung der Großen Pandas aufmerksam machen und so auch für ihren Schutz zu werben“, erklärt Jacobs. Dieser Wettbewerb bringt neben der Aufmerksamkeit für das Thema Artenschutz einen weiteren positiven Effekt mit sich: Der verstärkte Fokus auf der anspruchsvollen Haltung der Bambusbären und der Kommunikation zu ihrer Bedrohung führt zu einer stetigen Verbesserung aller Einrichtungen.

Überleben der Pandas ist immer noch nicht gesichert

Viele Auszeichnungen gingen in diesem Jahr unter anderen an Zoos in Kanada, Österreich und Frankreich. Die meisten Preise holte allerdings China, wo die Tiere als Heiligtümer verehrt werden. Die letzte große Pandazählung ergab, dass im Jahr 2014 mindestens 1864 Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum leben – das sind 17 Prozent mehr als noch im Jahr 2004. Trotz erfolgreicher Schutzbemühungen ist das Überleben der Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum noch immer nicht gesichert. Der Große Panda wird immer noch als „gefährdet“ in der Roten Liste für bedrohte Arten der Weltnaturschutzunion (IUCN) eingestuft.

In der Kategorie „Beliebtestes Panda-Baby“ konnte der Zoo in diesem noch nicht antreten. Bei der offensichtlichen Attraktivität von Meng Meng sollte es aber mit Panda-Männchen Jiao Qing klappen. Beide kamen zusammen nach Berlin, um Nachwuchs zu zeugen. Noch leben sie getrennt. Das könnte sich im Frühjahr ändern.

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