Kaufhaus in der City West

Wie sich das KaDeWe in fast 110 Jahren verändert hat

Seit der Eröffnung 1907 hat das Kaufhaus des Westens schon öfter sein Aussehen gewechselt. Ein Streifzug durch die Kaufhaus-Geschichte.

Das Kaufhaus des Westens (KaDeWe) hat eine schillernde Geschichte. Seit seiner Eröffnung im Jahr 1907 hat es nicht nur mehrfach den Besitzer gewechselt, sondern wurde auch immer wieder ausgebaut. Jetzt soll es erneut umgebaut werden. Eine Chronik.

  • 1905: Der Kommerzienrat Adolf Jandorf beauftragt den Architekten Johann Emil Schaudt mit dem Bau des Kaufhaus des Westen in Berlin, am Rande des vornehmen Teils der Stadt.
  • 1907: Am 27. März wird das Kaufhaus des Westen (KaDeWe) eröffnet. Auf fünf Etagen und 24.000 Quadratmetern Fläche präsentiert Jandorf ein vielfältiges Sortiment in einem modernen Warenhaus. Das KaDeWe zeichnet sich durch Großzügigkeit, Funktionalität und Atmosphäre aus. Besucher aus der ganzen Welt kommen ins KaDeWe.
  • 1910: Mit dem KaDeWe wandelt sich der Tauentzien von einer beschaulichen Wohnstraße zu einem der beliebtesten Boulevards der Stadt.
  • 1927: Hermann Tietz übernimmt das KaDeWe und gliedert es in den Hertie-Warenhauskonzern ein.
  • 1929 bis 1930: Hermann Tietz lässt das Warenhaus erweitern - auf nun 40.000 Quadratmeter Fläche.
  • 1933: Während der Nazi-Zeit zwingt eine Bankengruppe, indem sie die Kredite zurückhält, die jüdischen Eigentümer zum Verkauf der Hertie-Kette und setzt einen „arischen“ Geschäftsführer ein.
  • 1943: Im Zweiten Weltkrieg stürzt ein amerikanisches Flugzeug auf das KaDeWe. Das Gebäude brennt fast völlig aus.
  • 1950: 3. Juli Das KaDeWe wird fünf Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wieder eröffnet. 180.000 Berliner feiern die Eröffnung der ersten beiden Etagen des Warenhauses. Das KaDeWe wird auch zum Symbol des Neuanfangs.
  • 1956: Der Aufbau aller sieben Etagen – inklusive Erdgeschoss – ist abgeschlossen. Die Feinschmeckeretage wird eröffnet – und zu einem Magneten des Hauses.
  • 1976-1978: Das KaDeWe wird erneut ausgebaut. Die Verkaufsfläche beträgt nun 44.000 Quadratmeter.
  • 1989 :Mit dem Fall der Mauer erlebt das KaDeWe den größten Andrang in seiner Geschichte.
  • 1991-1996: Das Warenhaus wird um eine weitere Etage aufgestockt: Unter einer Glasdecke findet nun ein Restaurant Platz. Die Verkaufsfläche wird auf rund 60.000 Quadratmeter erweitert.
  • 1994: Die Karstadt AG übernimmt Hertie, der das KaDeWe gehört.
  • 2006: Die Karstadt Warenhaus GmbH fasst ihre profiliertesten Häuser in der Premium Group zusammen und etabliert nun auch internationale Luxusmarken wie Louis Vitton, Prada, Chanel, Bulgari in ihrem Sortiment.
  • 2007: Das KaDeWe feiert sein 100-jähriges Jubiläum.
  • 2010: Nicolas Berggruen übernimmt mit seiner Holding den Karstadt Konzern und damit auch die Premium-Häuser (Karstadt Premium GmbH): KaDeWe in Berlin, Alsterhaus in Hamburg, Oberpollinger in München.
  • 2014: Erneuter Eigentümer-Wechsel: Signa Retail übernimmt die Karstadt Premium GmbH. Daraus wird dann „The KaDeWe Group“ mit den drei Premiumhäusern. Sie werden von Karstadt getrennt.
  • 2015: Im Juni wird die Central Group, zu der auch die italienische La Rinascente Gruppe gehört, strategischer Partner der KaDeWe Group. Ziel ist es, die Premiumhäuser noch stärker international zu profilieren und zu Europas führenden Department Stores zu entwickeln.
  • 2016: Das KaDeWe wird vom niederländischen Architekten Rem Koolhaas und seinem Büro umgebaut. Es soll ein neues gläsernes Dach mit Restaurant, Bar und Terrasse bekommen. Und das KaDeWe wird in vier Quadranten mit jeweils einem eigenen Eingang und neuen Rolltreppen aufgeteilt – zugeschnitten auf die jeweiligen Zielgruppen.