Die „Heiße Liebe“ kommt am Schluss. Arne Anker serviert sie im Charlottenburger „Brikz“ nach Austern mit Dashi und Miso, Thunfischbauch mit Bergamotte-Vinaigrette sowie einem gegrillten Entrecôte, Pastinaken und Haselnuss. In der „Brasserie Colette“ ist sie der Abschluss nach Garnele mit Pistazie, Rose und Litschi, Zander und Filet Mignon mit französischem Namen „Amour Chaud“ (119 Euro).

Sonnabend

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Im „Anna & Paul“ in Mitte krönt der Dessertklassiker aus Vanilleeis und heißen Himbeeren das Finale nach geschmortem Chicorée mit Mandarine, Wermut und Nussbuttercreme sowie confierter Ente mit Caponata, Kartoffelgratin und Orangensauce. Betreiber Stefan Schaarschmidt beginnt den Tag der Liebe auch noch passend: mit einem „French Kiss“. Auch wenn damit kein Zungenkuss, sondern der gleichnamige Cocktail als Aperitif gemeint ist.

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Valentinstagsmenüs
Stefan Schaarschmidt präsentiert Vor- und Hauptspeise seines Valentinstagsmenüs im „Anna & Paul“.© Manuela Blisse | Manuela Blisse

Am kommenden Samstag ist Valentinstag und zahlreiche Berliner Restaurants kreieren dazu besondere Menüs, mit denen Paare den 14. Februar feiern können (unbedingt reservieren). Die Blumenläden setzen an diesem Tag auf florale Liebesbotschaften. Anfangs hatte der 14. Februar so gar nichts mit Schmetterlingen im Bauch zu tun. Vielmehr handelte es sich um einen vor 530 Jahren eingeführten Gedenktag für den Heiligen Valentinus, einen Märtyrer. Allerdings wurde der Tag 1969 aus dem römischen Kalender gestrichen. Doch er wurde zu einem weltlichen „Tag der Liebe“, vor allem zelebriert in Amerika, und später zu uns herübergeschwappt.

Romantisch essen zu gehen, findet Schaarschmidt, sei ein wunderbares Muss am Valentinstag. Er und Ehefrau Mariana sind Eltern von zwei kleinen Kindern, Anna (3) und Paul (2), doch in diesem Jahr führt er seine Angetraute zum Lunch aus – ohne Kids. Danach sind die Gäste an der Reihe (Menü 55 Euro). „Wir öffnen am Valentinstag nicht wie gewohnt um 17 Uhr, sondern bereits um 15 Uhr“, so Schaarschmidt.

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„Liebe geht durch den Magen“

Valentinstagsmenüs
Dessert mit Liebesapfel von den „Paris-Moskau“-Küchenchefs Reinold Kegel und Stefan Osterberger.© Manuela Blisse | Manuela Blisse

Eine ganz persönliche Verbindung zum Valentinstag hat auch Wolfram Ritschl. „Meine Lebenspartnerin und Mutter meines jüngsten Kindes, Anna Kleihues, hat am 14. Februar Geburtstag. Deshalb ist uns dieser Tag besonders wichtig“, so der Gastronom und Chef des für seine deutsch-französisch-russische Küche bekannten Restaurants „Paris-Moskau“ in Moabit. „Liebe geht durch den Magen“, sagt Küchenchef Reinold Kegel. Eine Einladung zum Valentinstag in ein Restaurant sei eine Aufmerksamkeit, die man als Koch auf dem Teller widerspiegelt.

Zusammen mit dem neuen, zweiten Küchenchef Stefan Osterberger – zuvor im eigenen, inzwischen geschlossenen Restaurant „Osterberger“ – hat er das diesjährige Liebes-Menü (95 Euro) kreiert. Die Ouvertüre: Rosé-Champagner, gefolgt von Felsenaustern aus Irland, für Kegel „Erotik pur“, mit Störkaviar und Jakobsmuscheln. Auch das geschmorte und kurz gebratene Wagyu-Rind im Hauptgang, so Kegel, sei ein Liebesabenteuer: das Rind, der Stier, gepaart mit lombardischem Liebstöckel. Mögliches Kopfkino, schmunzelt er, sei dabei nicht von ihm intendiert. Hingegen sei das Dessert, der Lava-Cake mit grünem, für die Hoffnung stehenden Liebesapfel, ein amouröses Finale. Ein bis auf den Liebesapfel gleiches Menü wird auch schon am Freitag, 13. Februar, serviert (79 Euro), einerseits als Pre-Valentinstags-Offerte, andererseits als Hommage an den jüngst verstorbenen Modeschöpfer Valentino.

Himbeere und weiße Schokolade als Vorspeise im „Le Faubourg“

Valentinstag The Westin Grand
Weißes Schokoladen-Törtchen mit Biskuit, Himbeere, Rose aus dem Valentinstagsmenü von Küchenchef Peter Lucht im Restaurant „Relish“ im Hotel „The Westin Grand Berlin“. © The Westin Grand Berlin | The Westin Grand Berlin

Zwei Tage die Liebe zu feiern, gilt auch im „Le Faubourg“ in Charlottenburg. Himbeere und weiße Schokolade, man fühlt sich an das „Heiße Liebe“-Dessert erinnert, sind dort bereits Teil der Vorspeise, des gebeizten Rote-Bete-Lachses. Bei allen drei Gängen des Menüs (53 Euro, inkl. 1 Glas Rosé-Cremant), im Hauptgang rosa gebratener Wiesen-Kalb-Rücken mit Portwein-Jus und im Dessert Kaktus-Feigen-Pavlova mit Baiser, heißt das Motto: zu zweit von jedem Teller naschen.

Auch bei Peter Lucht im „Relish“ im Hotel „The Westin Grand“ an der Friedrichstraße gibt es „Heiße Liebe“. Der Küchenchef wandelt das Vanilleeis mit heißen Himbeeren in seinem 3-Gänge-Menü (89 Euro) mit Hummer und wahlweise Kalbsfilet oder Skrei zu einem kalten Himbeertörtchen mit weißer Schokolade um. Weiß und Rot, das ergibt Rosa. Die „Brasserie Quarré“ im Hotel „Adlon“ zelebriert die Farbe der Liebe beim Valentinstagsmenü (auch am 15. Februar) als „Rosa Tarte mit Rosen-Litschi-Mousse und Himbeersorbet“. Es ist der Abschluss nach einer Topinambur-Rahmsuppe und Châteaubriand Rossini mit gebratener Entenleber (90 Euro).

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„Meine Gerichte sind Begegnungen“

Im „Moon Exquisite“ in Mitte gehören Austern zum Menü am Valentinstag. „Meine Gerichte sind Begegnungen, um Menschen zusammenzubringen und die Liebe neu zu entfachen“, beschreibt Hoa Viet Vu sein viergängiges Menü (99 Euro, vegetarisch 89 Euro), zu dem neben Austern mit Yuzu auch Rindertatar mit getoasteter Focaccia und in Miso marinierter Butterfisch mit grünem Spargel und Erbsen gehören.

Für Nikodemus Berger zählt nicht der Valentinstag an sich, sondern „die bewusste Zeit, die man miteinander teilt“. In seinem seit Anfang des Monats komplett veganen Sternebistro „Bonvivant“ in Schöneberg bietet er zum „normalen“ siebengängigen Menü (143 Euro) jedoch passende Extras an: drei Rosen, eine kleine Flasche Champagner, ein florales Pre-Dessert und Macarons (99 Euro).

Die Farbe Rot findet sich immer wieder in den Menüs

Valentinstagsmenüs
Die Caponata Siciliana unter der confierten Ente im „Anna & Paul“.© Manuela Blisse | Manuela Blisse

Die Farbe Rot findet sich in vielen Valentinstagsmenüs. Etwa im Safran-Risotto mit confierten Kirschtomaten und grünem Spargel sowie im Thunfischtatar mit Passionsfrucht und Koriander im Menü des italienischen Restaurants „Pascarella“ in der Chausseestraße in Mitte (99 Euro). Sous-Chef Artur Di Paolo kündigt es als „genauso vielseitig wie die Liebe selbst an, fein, überraschend und mit viel Gefühl für Aromen“.

Im „Carl & Sophie“ in Alt-Moabit zeigt sich die Farbe der Liebe beim Dessert aus Basilikum-Mousse, Erdbeersorbet und rosa Pfefferbaiser. Küchenchef Martin Höse offeriert in seinem Drei-Gänge-Menü (inkl. Weinbegleitung 79 Euro) „für Herzensmenschen“ außerdem Kohlrabi-Carpaccio und einen Kabeljau unter einer Haselnusskruste mit Gurken-Gin-Gemüse.

Gerichte mit aphrodisierender Wirkung

Valentinstagsmenüs
Passt perfekt: Austern am Valentinstag im „Brikz“ von Arne Anker.© Manuela Blisse | Manuela Blisse

Seit Arne Anker sein Fine-Dining-Restaurant „Brikz“ Ende 2020 mitten im Lockdown eröffnet hat, gehören Valentinstagsmenüs zum jährlichen Eventkalender. „Als Koch überlegt man sich dafür natürlich, welche Gerichte auch eine aphrodisierende Wirkung haben könnten. Vor allem aber geht es darum, gemeinsam zu essen“, so der 40-Jährige, „eigentlich sollte ja jeder Tag ein Tag der Liebe sein.“ Bei seinem Menü für 111 Euro mit Steinbutt nach Büsumer Art als Zwischengang (plus 23 Euro) oder auch noch Kaviar (10 g/20 Euro) oder Périgord-Trüffelöl (3 Euro pro Gramm) stehen vor allem die Austern für Sinnlichkeit. Rot, die klassische Farbe der Liebe, inszeniert er mittels Himbeeren in seiner Interpretation des Dessertklassikers „Heiße Liebe“.

Rosen werden am Valentinstag die Tische im „Brikz“ schmücken. „Allerdings verschiedenfarbige“, so Anker, für den, wie für die Küchenchefs des „Paris-Moskau“, Liebe bunt sei und der findet, dass auch Menüs und Ambiente am Valentinstag das zeigen sollten. Arne Anker hat sogar bei einem der vergangenen Valentinstage in seinem Restaurant miterleben können, wie ein Gast seiner Tischdame einen Heiratsantrag gemacht hat.

Valentinstagsmenüs
Liebe geht im „Brikz“ auch mit Thunfischbauch und Bergamotte-Vinaigrette durch den Magen.© Manuela Blisse | Manuela Blisse

„Sich nur Zeit für sich nehmen“

„Ich finde es wichtig, dass man beim Valentinstagsmenü mit seiner Liebsten, seinem Liebsten das Drumherum ausblendet und sich nur Zeit für sich nimmt“, betont auch Gastronom Stefan Schaarschmidt das Besondere am Valentinstag. Vergangenes Jahr waren es denn am 14. Februar auch „zu 95 Prozent“ Paare, die das Menü genossen haben.

Eines der liebsten privaten Valentinstagsmenüs, an das er sich gerne erinnert, sei bei einem Italiener in Charlottenburg gewesen, der mit Rote Bete gefärbte Ravioli in Herzform auftischte. Davon inspiriert, dürfen sich die Valentinstags-Gäste im „Anna & Paul“ auf ein „herziges“ Finale mit Wow-Effekt freuen.

„Brikz“, Grolmanstr. 53/54 Charlottenburg, Tel. 31 80 37 80, ab 18 Uhr, www.restaurantbrikz.com

„Anna & Paul“, ab 15 Uhr, Oranienburger Str. 39, Mitte, ab 15 Uhr, www.anna-paul.berlin

„Paris-Moskau“, Alt-Moabit 141, Moabit, Tel. 394 20 81, 13.+14.2. ab 18 h, www.paris-moskau.de (Anzahlung 50 Euro bei Reservierung erbeten)

„Carl & Sophie“, Alt-Moabit 99, Moabit, Tel. 39 92 07 98, ab 18 Uhr, https://carlundsophie.de/

„Pascarella“, Chausseestr. 30, Mitte, Tel. 31 16 85 88 67, ab 17.30 Uhr, www.pascarella.de