Das war‘s also. Die Feiertage sind vorbei, der Sekt, Champagner, Rotwein und Digestif ausgetrunken, der Alltag hat einen wieder. Neues Jahr, gute Vorsätze. Und bei vielen steht der Wunsch, weniger Alkohol zu trinken auf gleicher Stufe mit mehr Sport und mit dem Rauchen aufzuhören. Und Fleischverzicht? Kann nicht so schlecht sein. Da bieten sich wieder mal die Formate „Veganuary“ und „Dry January“ an, um sowohl der Leber wie auch dem schlechten Gewissen in Sachen Fleischkonsum eine Erholungspause zu gönnen.

Sonnabend

Genießen in Berlin

Abonnieren Sie kostenlos den Genuss-Newsletter der Berliner Morgenpost

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Viele Restaurants machen inzwischen beim Veganuary mit, auch in Berlin. Und das entgegen der Tatsache, dass einige Restaurants inzwischen wieder Küche für Omnivore anbieten, die einst damit Furore gemacht hatten, vegan zu sein. Alkoholfreie Begleitungen sind in vielen Spitzenrestaurants sowieso längst Alltag geworden, aber gerade im Januar greifen vermehrt Menschen darauf zurück. Das Motto des Veganuary 2026: „New Year, Same You“ fokussiert auf kleine, machbare Schritte für einen nachhaltigeren Alltag, nicht auf radikale Umstellungen. Wer für zu Hause Rezepte sucht, bekommt sie bei der offiziellen Website des Veganuary unter veganuary.com. Hier eine Auswahl, was Berliner Restaurants im Januar bieten:

Tilo Roth Weinlobbyist
Tilo Roth (links) ist neuer Küchenchef im „Weinlobbyist“ von Serhat Aktas.© Manuela Blisse | Manuela Blisse

Der Weinlobbyist: Die Weinbar von Serhat Aktas macht auch beim Veganuary mit. Die Küche des Hauses präsentiert ab dem 8. Januar eigens entwickelte vegane Gerichte, die zeigen sollen, dass pflanzliche Küche kein Verzicht oder Ersatz sein muss. Deshalb sollen die Gänge ohne Ersatzprodukte auskommen und setzen auf überraschende Kombinationen. Dazu zählen Goyagurken-Salat mit Wakamealgen und Quinoa, Rote-Bete-Suppe mit Himbeere und Tofu oder auch geschmorter Orangenchicorée mit Süßkartoffel, Belugalinsen und Kokos-Curry. Fünf Gänge kosten 69 Euro.

Kolonnenstraße 62, 10827 Berlin. Weitere Infos: derweinlobbyist.de/event-details/veganuary-berlin

Morgenpost-Menü Veggie im Januar Rutz Zollhaus
Hüttenkäse-Spinatklöße & Pilze beim Morgenpost-Menü Veggie im „Rutz Zollhaus“. © FUNKE Foto Services | Maurizio Gambarini

Rutz Zollhaus: Das „Rutz Zollhaus“ in Kreuzberg lädt im Januar zum Morgenpost-Menü Veggie ein. Küchenchef Florian Mennicken serviert fünf Gänge, die Gemüse feiern und Fleisch nicht vermissen lassen. Auf der Menükarte stehen neben anderen klare Rote-Bete-Brühe und Essiggurke, Spitzkohl & Rösthefe, Schupfnudel & Kohlrabisoße, Hüttenkäse-Spinatklöße & Pilze sowie Milchreis und Sauerkirschsorbet. Fünf Gänge, fünf Weine und Kaffeespezialität nach Wahl kosten 79,90 Euro. Hier gibt es alle Infos.

Carl-Herz-Ufer 30, 10961 Berlin, www.rutz-zollhaus.de

Bonvivant Cocktailbistro: Maximal konsequent ist das „Bonvivant Cocktailbistro“, nicht nur im Januar. Sternekoch Nikodemus Berger setzt grundsätzlich auf vegane Küche, nachdem er zunächst vegetarisch gestartet war. Selbst der Brunch wird im Lauf des Januar komplett vegan. Und schon Barchef Elias Heintz hat überzeugend gezeigt, dass ein guter Cocktail keinen Alkohol enthalten muss. Diesen Weg geht sein Nachfolger Martin Wolf nicht nur weiter, sondern weitet ihn. „Meine Basis ist immer die Entwicklung eines alkoholfreien Cocktails“, sagt Wolf, der vorher als Head Bartender im „Frederick’s“ gearbeitet hat. „Obst, Kräuter, Gemüse, Reis … ich überlege zunächst, wie ich Texturen reinbringen kann, die dem Cocktail Struktur geben“, erklärt der 34 Jahre alte Potsdamer, „anschließend geht es ins Feintuning, um nuancierte Aromen sowie die Balance von Süße, Säure, Bitterkeit und Umami.“

Goltzstraße 32, 10781 Berlin, https://bonvivant.berlin

Schönhauser-Allee-Arcaden: Nicht den ganzen Monat, aber am 24. Januar zieht der Veganuary auch in die Schönhauser-Allee-Arcaden in Prenzlauer Berg ein. Von 12 bis 18 Uhr gibt es eine Tasting-Aktion, um Menschen ein Kennenlernen veganer Produkte zu ermöglichen. Dazu gehören vegane Leberwurst, selbstgemachter Kimchi sowie vegane und alkoholfreie Getränke, etwa auf Kombucha-Basis. Dani Posern, Expertin für Eingewecktes und Fermentiertes vom MDR aus Leipzig, wird vor Ort informieren und zum Probieren einladen. Auch Stefanie Hofeditz, Food-Journalistin und Kombucha-Expertin vom Berlin Culture Club, zeigt an einem Stand, wie man selbst leckere Getränke „züchten“ kann – Probeschlucke inklusive.

Portrait Nicholas Hahn
Nicholas Hahn, Küchenchef des vegetarischen Sterne-Restaurants „Cookies Cream“.© Franz Michael Rohm | Franz Michael Rohm

Cookies Cream: Auch das Sternerestaurant „Cookies Cream“ setzt schon immer auf vegetarische Küche. Im Veganuary rückt die Crew um Küchenchef Nicholas Hahn Gemüse noch mehr in den Mittelpunkt: mit einem vollständig pflanzlichen Menü, darunter mit Gerichten wie Radieschen mit Ponzu und Meerrettich, Spargel mit Mandeln und Milch oder auch Auberginen mit Karotten und Chili. Dazu werden alkoholfreie Getränke serviert, entweder eigene Kreationen oder Flaschen wie eine stille Orangenwein-Alternative über Kombucha Pét-Nat bis hin zu botanischen Weinstilen. Die Cocktails bestehen aus Kohlrabi, grüner Paprika, Riesling-Traubensaft, Verjus und diversen anderen Zutaten, garantiert vegan, garantiert alkoholfrei.

Behrenstraße 55, 10117 Berlin, https://cookiescream.com/de

Felix Klawitter "Crackers"
Felix Klawitter ist Küchenchef im "Crackers".© pewpew Productions | pewpew Productions

Crackers: Und auch das Schwesterrestaurant des „Cookies Cream“, das „Crackers“ gleich um die Ecke, feiert den Veganuary, mit kräftigen Aromen, Schärfe und Kombinationen. Mais mit Pimientos und Polenta, Steckrübensalat, Pilzsuppe oder auch Tempura-Blumenkohl gehören zu den Gerichten von Küchenchef Felix Klawitter. Auch hier werden alkoholfreie Cocktails über den Tresen gereicht.

Friedrichstraße 158, 10117 Berlin, https://crackersberlin.com/de

Sekt Silvester
Lukas Kloskowski von „Viniculture“.© Gesa Noormann | Gesa Noormann

Viniculture: Eines der größten Angebote an alkoholfreien Weinen bietet „Viniculture“ in Charlottenburg. Laut Geschäftsführer Lukas Kloskowski gibt es eine erhöhte Nachfrage nach alkoholfreien Weinen, diese machten inzwischen 25 Prozent des Umsatzes aus. „Alkoholfrei ist längst kein Nischenthema mehr“, sagt er. Viele Menschen würden auch beide Varianten kaufen, also mit und ohne Alkohol. Er empfiehlt, zu Weinen zu greifen, die von Anfang an alkoholfrei waren, also denen der Alkohol nicht entzogen wurde. „Viele entalkoholisierte Weine und Sekte schmecken einfach zu sehr nach Technik, nach ‚Labor‘. Man merkt ihnen an, dass ihnen etwas entzogen wurde, das ursprünglich essenziell für Struktur, Balance und Tiefe war.“

Grolmanstr. 44–45, 10623 Berlin, https://www.viniculture.de/