Zweimal wurde die Eröffnung von „Gila & Nancy“ aufgrund von Protesten verschoben. Palästina-Unterstützer demonstrierten gegen das israelische Restaurant. Einer der Betreiber hatte kurz für die umstrittene israelische Gaza-Hilfsorganisation Gaza Humanitarian Foundation gearbeitet. „Diese Arbeit hat er sehr schnell beendet. ‚Gila&Nancy‘ steht für Frieden, Liebe, Toleranz und ist ein Ort für die queere Community“, sagt Mitbetreiber und Filmemacher Roy Raz.

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In Tel Aviv ist das von Sterne-Koch Eyal Shani ins Leben gerufene Restaurant gleichen Namens mit einer Verbindung von Dragqueen-Shows und exzellenter Fine-Dining-Küche bereits eine Institution. Benannt ist es nach der verstorbenen israelischen Sexarbeiterin, Schauspielerin, Sängerin und Aktivistin für Transgender-Rechte Gila Goldstein und Nancy Nangeroni, Aktivistin für Trans-Rechte in den USA.

Die Einrichtung ist casual pink, der Chefkoch arbeitet auch als Model

GIla und Nancy
Garnelenpfanne mit brennendem Salbeizweig serviert im „Gila&Nancy“.© Franz Michael Rohm | Franz Michael Rohm

Showtime ist ab etwa halb acht. Dann bringen unterschiedliche Dragqueens ihr Programm in verschiedenen Sets auf eine kleine Bühne. Das Interieur wurde zum Teil von den Vorgängern „Pink“ und dem von Gal ben Mosche mit betriebenen „Hana“ übernommen. Es ist nicht mehr ganz so pink-plüschig, stattdessen casual-pink eingerichtet. Ein Hingucker im doppelten Sinn sind die Toiletten. Immer noch hat der Service einen Knopf im Ohr, um mit der Küche zu kommunizieren. Dort wirkt Chef David Gorenstein mit einer sechsköpfigen Brigade. Der 34-Jährige arbeitet auch als Model, und das sieht man, wenn er bei vollem Haus seine erstklassigen Gerichte höchstselbst zu den Gästen bringt.

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Überzeugend ging es an den Start mit knusprig-fluffigen Focaccia Sauerteigflöten, dazu feiner, joghurtähnlicher Labneh (19 Euro) und viererlei Dips von Tomate und Paprika. Tadellos kam eine Hamachi-Sashimi-Rolle zu Tisch, dezent mit Sojasoße und Olivenöl begleitet. Favoriten waren ein köstliches Rote-Bete-Gratin mit frisch geriebenem Meerrettich (19 Euro). Als Hauptgang für zwei Personen schickt David Gorenstein eine Pfanne mit Garnelen und Tomaten in einer Soße aus Weißwein-Salbei-Butter, serviert mit einem dicken Klotz geröstetem Sauerteigbrot, spektakulär dekoriert mit brennendem Salbeizweig (35 Euro). Zum süßen Schluss kann unter drei Desserts ausgewählt werden. Der Naked Chocolate Cake war prima (12 Euro), der Schlag Sahne darauf aber zu viel des Guten.

Während sich die Speisenpreise für die Qualität im Rahmen bewegen, geht es bei den Getränken steil nach oben. 16 Euro für ein Glas Riesling-Sekt, 14 für einen sehr guten Chenin Blanc, wohlgemerkt für 0,1 l, sind heftig. Ein Wort zur Show: beim Besuch bestenfalls mittelmäßig.

Anton-Wilhelm-Amo-Straße 30, Mitte, Tel. 0151-6406 81 36, Di.-Sbd. 17-24 Uhr, www.gilaandnancy.de