Schläfrig blicken sie drein, die knuffigen asiatischen Bären mit ihren schwarz umrandeten Augen und schwarzen Ohren. Lin Qian Liu kennt sie aus ihrer Heimat Chengdu. In der Hauptstadt der chinesischen Provinz Sichuan befindet sich ein großer Panda-Park mit Aufzuchtstation. In ihrem „Chengdu Nudelhaus“ in Berlin-Mitte, das sie zusammen mit Ehemann Bernhard Sroka betreibt, sind Panda-Figuren allgegenwärtig. Zahlenmäßig werden sie nur von den Gästen übertroffen, die, kaum wird geöffnet, Schlange stehen. Sie versorgen sich mit Nudeln und Teigtaschen, die so authentisch zubereitet sind, wie es das Paar aus Chengdu kennt.
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„Die Provinz Sichuan ist dreimal so groß wie Deutschland, jede Region hat eigene Rezepte und davon gibt es zigtausende. Auch wird nicht überall scharf gekocht“,sagt Sroka, der sechs Jahre dort gelebt hat. Dennoch, hierzulande verbindet man die Sichuan-Küche mit einer Schärfe, die aus der Vereinigung des die Zunge betäubenden Sichuan-Pfeffers und der Schärfe von Chili entsteht.
Bestes Beispiel aus dem „Chengdu Nudelhaus“: die „Sichuan Rindfleischnudeln“ (14,30 Euro) mit Rindfleischstücken und hausgemachter Feuertopfsoße – schärfemarkiert mit drei von fünf roten Chilischoten. Die „Shengjiao Rindfleischnudeln „(13,50 Euro), Rinderhackfleisch in scharfem Chiliöl, bringen es gar auf fünf Chilischoten. Mild nehmen sich dagegen die „Shiitake Tofu Nudeln“ (11,20 Euro) aus, Shiitake-Pilze mit Pak Choi und Weizennudeln in Gemüsebrühe – eine „Schärfe-Chili“.

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„Die Nudeln beziehen wir aus China, die Teigtaschen (7–14 Euro) sind handgefaltet“, sagt die frühere Make-up-Artistin Liu, die in Deutschland eine Konditorinnenlehre absolviert hat. „Sie hat immer gerne für Freunde gekocht. Das haben wir in den sozialen Medien geteilt und viele aus der chinesischen Gemeinde wollten ihr Essen probieren“, erinnert sich Betriebswirt Sroka. Bestellungen wurden entgegengenommen, geballte Übergabe-Zeitpunkte und -orte vereinbart.
Kein Restaurant, sondern das Pendant zur Dönerbude

Vor rund sechs Jahren wurde dann das Restaurant eröffnet, anfangs auch noch mit Feuertöpfen. „In Nudelhäusern in Chengdu gibt es keine Reservierungen, das halten wir auch so. Nudeln isst man zum Frühstück und Lunch, nicht abends. Wir passen uns da den hiesigen Gewohnheiten an“, so das Paar. Viel wird vorbestellt und abgeholt, dafür gibt es Wartenummern, was, neben der Qualität, die langen Schlangen erklärt. „Ich würde uns auch nicht als Restaurant, sondern als Pendant zur hiesigen Dönerbude bezeichnen“, schmunzelt Sroka, der auch das fast cleane Schwarz-Weiß der Bestuhlung erklärt: Farblich lassen die Pandas grüßen.
Chengdu Nudelhaus, Kronenstr. 72, Mitte, Tel. 0178 668 45 72, Mo.+ Di. 11.30–15 Uhr, Mi.–Fr. 11.30–15 und 17–19.30 Uhr, chengduweidao.de



