Kroatische Restaurants haben eine eigene Sprache. Da wären, ob politisch korrekt oder nicht, das „Räuberfleisch“, bei dem man sich fragt, wer räubert was, das nach einem Tanz klingende „Pola-Pola“ und, mein Favorit, der „Lustige Bosnjak“. Das scheint sich seit den 1990er-Jahren nicht geändert zu haben, wo auch die heimliche Leidenschaft für diese Küche entstand. Und so muss er einfach immer mal wieder sein, der Besuch beim Kroaten. Wie dem „Neretva“ in Moabit.
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Ein Ecklokal mit recht großer Terrasse und einem sympathischen, unaufgeregten Gastraum. Ein flacher Raumteiler mit weißen Kunst-Orchideen in der Mitte, angedeutete Rundbögen auf den Fenstern und die Papierservietten mit einem kleinen kroatischen Sprachkurs. „Dobro došli“, „herzlich willkommen“ und so wird man auch vom gutlaunigen Service empfangen.
Üblicherweise beginnt ein auswärtiges Abendessen (für mich) mit einer Vorspeise. Die gibt es im „Neretva“ schlichtweg nicht. Dafür werden, und das sei positiv vermerkt, um die 15 Gerichte auch in einer kleineren Version angeboten (8,95 bis 18,95 Euro). Sich jedoch generell zu entscheiden, ist nicht leicht.

Es dauert eine ganze Weile, bis man sich durch die „Internationalen Gerichte“, darunter allerlei Schnitzel wie das mit Käse und Schinken überbackene Prager Schnitzel (16,95 Euro), die Geflügel-, Leber-, Lamm- und Fisch-Gerichte zu den „Balkan-Spezialitäten“ durchgearbeitet hat. Die sich, wie anderswo auch, durch ihre verschiedenen Fleisch-Zusammenstellungen unterscheiden.
Herzhafte Würzung und gastfreundliche Preise
Die ersten beiden sind der Hauptgrund des regelmäßig unregelmäßigen Besuchs beim Kroaten an sich. Im „Neretva“, Namensgeber ist ein bedeutender Fluss auf dem Balkan, kommen sie mit herzhafter Würzung daher. Bei den Cevapcici, die kleine Portion mit vier Rollen für 10,95 Euro, steigt einem zudem das Grillaroma in die Nase. Der obligatorische Djuvetschreis wird auf Nachfrage gegen Krautsalat getauscht, hier hausgemacht und mit seiner Zitrusnote einen Vorgeschmack auf den Sommer gebend.
Die Preise sind sehr gastfreundlich, auch ein Hauptgericht passt locker in den Etat. Wie die Potpourri-Platte (16,95 Euro) mit je einem Kotelett, Hacksteak, einer Scheibe Leber sowie Speck. Dazu Pommes, Djuvetschreis und gemischter Salat mit einem feinen Joghurtdressing.

Sonnabend
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Was sich viel anhört, entpuppt sich erfreulicherweise nicht als Überportionierung, sondern in guter „Normalgröße“. Mit anständigen kroatischen Hausweinen (0,25 l/5,80 Euro), etwa Dalmatiner und Plavac, und deutschen Fassbieren (0,2 l/ab 2,30 Euro) ein Abend, der mit einem „Dovidenja“, „Auf Wiedersehen“, endet.
Neretva, Agricolastr. 26, Moabit, Tel. 393 34 26, Di.–So. 11.30–23 Uhr, www.neretva-gastro.de





