Der Anfang ist hoffnungsfroh. Vor rund dreieinhalb Jahrzehnten suchten drei junge Burschen, die Brüder Dino, Rino und Sergio aus den Abruzzen ihr Glück, gingen ins weit entfernte Berlin und wurden mit der Eröffnung ihrer kleinen Trattoria „Petite Europe“ am Kleistpark in Schöneberg zu Pionieren in Sachen Pizza und Pasta.

Sonnabend
Genießen in Berlin
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Ende des Jahres sickerte aus der Gerüchteküche durch, dass Chef Dino sich zurückziehen wolle. Gesagt, getan, ohne dass dies an die große Glocke gehängt wurde. Jedoch war das ein Stich ins italienische kulinarische Herz derjenigen, die quasi mit der Trattoria ihre wilden Jahre im Berliner Westen verbracht, sich vor dem nachtschwärmerischen Ausgehen dort gestärkt hatten.
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Doch: Alles ist gut. Einen Besitzerwechsel gab es. Jedoch ist fast alles wie immer. An der einfachen, rustikalen Einrichtung mit sehr viel Holz hat sich nichts geändert, der offene metallene Raumtrenner ist noch da, die lange Tafel am Tresen, die lange Sitzbank vis-à-vis, der runde Stammtisch, die übrigen kleinen Tische.
Hingegen gibt es kleine Änderungen auf der klassisch-italienischen Karte. Leider verschwunden ist das „Tris di Pasta“, ein Klassiker aus den 1990er-Jahren. Was tun? Zu dritt hingehen und drei verschiedene Pasta zum Teilen bestellen. Sind die Tränchen verdrückt und sitzt man alleine oder zu zweit am Tisch, lässt man sich ein auf das, was nun an immer noch preiswerten Gerichten offeriert wird. Und freut sich über ein saisonales Highlight. Es ist ein Wintermonat mit „r“ und das bedeutet: Muscheln (16 Euro). Die werden wahlweise mit Weißwein- oder Tomatensauce angeboten. Zwei tiefe Teller kopfüber aufeinander kommen an den Tisch. Kaum ist der obere (für die Schalen) abgenommen, duftet es sehr würzig nach Italien. Das Beste kommt zum Schluss, das Stippen mit Weißbrot.

Mit Bruschetta vorweg (4,50 Euro) bekommt man Tomaten und Brot in zwei Gängen, bodenständig und gut. Natürlich gilt es auch, Pizza (9,50 bis 14,50 Euro) und Pasta (9,50 bis 16 Euro) zu bestellen. Gerade zu den einfachen, ehrlichen Hausweinen (0,2 l/5,50 Euro) ein Muss. Die Spaghetti Carbonara habe ich schon besser genossen, sprich mit mehr Parmesan für die Bindung, was sich auf dem Teller in zu viel Flüssigkeit bemerkbar macht. Doch die Pizza, etwa die „Diavola“ mit Tomaten, Mozzarella, Paprika und scharfer Salami (12,50 Euro) hat nichts an ihren alten Qualitäten verloren, kommt gut belegt als klassische Steinofenpizza daher.
Es ist also fast wie in alten Zeiten. Was auch die anderen Gäste so empfinden müssen, Das neue alte „Petit Europe“ ist so voll besetzt wie eh und je.
Langenscheidtstr. 1, Schöneberg, Tel. 781 29 64, Di.–So. 16–23 Uhr.




