„Alles mixen“ – damit wäre der Charakter des Bibimbaps kurz und trefflich beschrieben. Dieses beliebte koreanische Gericht bedeutet: „Reis mischen.“ Reis, Gemüse wie Möhren, Rindfleisch (könnte mehr sein) und Spiegelei kommen geschichtet in einer Schüssel an den Tisch. Scharfe Paprikasoße drauf und schon wird mit silberfarbenen Stäbchen oder Gabel und Löffel gerührt – fertig ist die Nummer 8b, Bibimbap Rind.

Die ist nur eine der Spezialitäten in dem weiß mit ein paar schwarzen Akzenten eingerichteten Restaurant „Coo­king Papa“. Es duftet und zischt, als am Nebentisch Bulgogi, mariniertes Fleisch in einem schweren Metalltopf, serviert wird. Von der Hitze könnte das Bibimbap ein wenig gebrauchen, es ist etwas lau. Geschmacklich aber ein schöner Einblick in die koreanische Küche, pikant, exotisch, ohne den europäischen Gaumen vor den Kopf zu stoßen.

Ein wunderbares Erlebnis ist die 1a, die Miyeok Suppe, eine heiße Rinderbrühe mit Algen. Das Kimchi zur 2a, Yachae Mandu, fünf gedämpfte, vegetarische Teigtaschen, hat eine leichte Schärfe. Der Zusatz, dass dieses Gericht hausgemacht sei, ist unnötig. Schaut man durch das Türfenster in Cooking Papas Werkraum, sieht man, dass frisch gekocht wird. Obwohl immer mehr Gäste kommen und ein stadtbekannter Lieferservice immer wieder vorbeischaut und Bestellungen abholt, geht es angenehm unaufgeregt und gelassen zu. Dazu, wie zur Küche an sich, passen Heißgetränke gut: grüner Tee mit geröstetem Reis etwa oder Zitronen-Ingwer-Tee mit Honig. Das bringt eine Erkenntnis mit sich: Es muss im Winter wahrlich nicht nur Herzhaftes und Deftiges aus Omas Rezeptbüchern sein, es geht auch anders. Koreanisch eben.

Cooking Papa Wilmersdorfer Str. 72, Wilmersdorf, Mo.–Do. 12–15, 17.30–22.30, Fr.+Sbd. 12–22.39 Uhr, Tel. 95 59 15 86, www.cookingpapa-berlin.com