Reine Fischrestaurants führen in der Stadt quasi ein Unterwasserleben. Sie finden kaum statt. Einige Altberliner Klassiker haben schon vor Jahren geschlossen. In letzter Zeit hat es erfreulicherweise einige Neueröffnungen gegeben. Jüngster Zugang ist das „Seaside“, um die Ecke des Gendarmenmarkts. Ein sehr modernes Konzept. Große Fensterflächen, hohe Decken. Der Boden Steinfliesen in Holzoptik, rustikale Bestuhlung, die Farben skandinavisch Blau und Grau.

Man sitzt angenehm, der Service ist flott, wenn auch teilweise etwas unaufmerksam. Aber wir sind ja in Mitte. Die Akustik ist mäßig, ein lauter Brei aus Gesprächen und, beim Besuch, 70er-Jahre-Pop. Auf einer rustikalen Speisekarte auf Holzbrett gibt es einen Teil des Angebots wie Beilagen, Salate, Nudelgerichte oder Austern. Fisch und Meeresfrüchte liegen auf Eis in der Vi-trine. Je nach Tagesangebot gibt es rund ein Dutzend Sorten, filetiert oder im Ganzen. Die Preise betragen 80 bis 120 Euro das Kilo, sind aber 100-Grammweise angeschrieben, damit man nicht so erschrickt. Zur Auswahl standen Dorade, Butterfisch, Zander, Loup de Mer, Calamaretti, Oktopus, Thunfisch und weitere Meeresbewohner.

Nachdem man sich das Stück ausgesucht hat, gibt man die Tischnummer ab und setzt sich wieder. Montag bis Freitag wird ein Lunch angeboten, dabei ist die Beilage ein Geschenk des Hauses. Die bestellte Fischsuppe war im ersten Anlauf nur lauwarm, nach der Reklamation heiß und köstlich, gut gewürzt mit Filetstückchen.

Der ausgesuchte Köhlerfisch, eine Dorschart, kam punktgenau auf der Haut gebraten zu Tisch, acht Euro 100 Gramm, und schmeckte wunderbar. Dazu gab es Casarecce mit Fenchel und Petersilienöl. Toll.

Seaside Fischrestaurant Mohrenstraße 17, Mitte, Tel. 20 91 73 54, täglich 12–23 Uhr, www.seaside-fish.com