Ein Zweitladen in der City-West ist derzeit angesagt. Neuestes Beispiel: das Panama – Gedanken an Janoschs Kinderbuch „Oh wie schön ist Panama“ sind beabsichtigt. In einem entzückend restaurierten Hof an der Potsdamer Straße zeigt Katz Orange-Chef Ludwig Cramer-Klett, wie eine urbane Food-Adresse allabendlich als bis auf den letzten Platz reserviertes Restaurant funktioniert. Zwei Etagen, im Souterrain eine Art skandinavisches Wohn- und Esszimmer, oben Anklänge an einen postmodernen Kolonialstil. Demnächst kommt mit der Tiger-Bar in der Remise eine zweite Bar hinzu.
Beim schnellen Besuch ohne Reservierung reagiert das Team wunderbar. Man könne an der Bar (Cocktails und deutscher Wein mit modernen Klassikern) am Eingang Platz nehmen. Schnell wird eingedeckt, der Bartender erwidert den „eigentlich nur Wasser“-Getränkewunsch mit einem „na dann sorge ich mal für genug Wassernachschub“. Die kleine, mit Überschriften wie Rohes, Blätter & Blüten, Körner & Gemüse, aber auch Fisch & Fleisch versehene Karte liest sich wie ein Buch: Limonenseitling & Schmorsalat, Zimtblüte, Kartoffeln aus dem Feuer, Salzhering, Iberischer Schinken oder bei den Desserts Rauchpaprika, geflämmter Marshmellow-Kaffee-Karamell.
Alles extrem spannend, und so ist es im Grunde egal, was beim ersten Besuch geordert wird. Die kross-saftigen Panama Empanadas mit Sesam-Ponzu sind die besten jemals verkosteten, und der Salat aus Radieschen mit Buttermilch und geräucherten Nüssen ist eine fein austarierte Geschmacksexplosion. In der offenen Küche in der oberen Etage steht mit Sophia Rudolph eine Köchin am Herd, die mit Stationen wie in der Weinbar Rutz Können und Kreativität aus dem Sternebereich einfließen lässt. Kulinarische Meriten werden da nicht lange auf sich warten lassen.
Panama Potsdamer Str. 91, Tiergarten,
Tel. 983 20 84 35, oh-panama.com, geöffnet Di.-Sbd. ab 17 Uhr





