Ein Vorarlberger und eine Burgenländerin geben sich die Ehre. Die jungen, lässig-herzlichen Wirtsleute Thomas und Anna sorgen für den neuesten Gastrospot in der Moabiter Arminiusmarkthalle. Anfang April eröffneten sie ihr Gasthaus „Habe die Ehre“. Auf einer kleinen Empore, vor der kleinen offenen Küche, in der frisch gekocht und zubereitet wird, stehen vier Tische aus derbem Holz. Unten gibt es zwei weitere, längere Sitzgelegenheiten, insgesamt rund 30 Plätze. Die Karte ist angenehm übersichtlich: vier Vorspeisen, sechs Hauptgerichte mit kleinen Variationsmöglichkeiten und dann Bregenzerwälder Bergkäse.

Ein herzhafter kulinarischer Auftakt mit Grammeleierspeis samt Spargel, Kürbiskernöl und Röstbrot (5,90 Euro) hört sich verheißungsvoll an. Der rühreiartige Klassiker aus dem Wiener Waldviertel mit knusprigen Grieben wird auf Omas Tellern serviert. Kürbiskernöl ist immer ein Zeichen für Qualitätsbewusstsein und zusammen mit dem Sauerteigbrot aus dem Holzofen ergibt dies einen wunderbar rustikalen Start. Das derzeit hochpreisigste Gericht wären der Beelitzer Spargel mit Wiener Schnitzel, selbstredend das Original aus Kalbsfleisch, für 23,30 Euro, das typischste das Wiener Saftgulasch mit Serviettenknödel (12,50 Euro). Die Auswahl fällt aber auf den Leberkäs nach hauseigener Rezeptur „mit Berliner Handwerk“ und Kartoffelsalat (8,90 Euro). Der unter anderem mit etwas Senf angemachte Kartoffelsalat ist sehr anständig, der Leberkäs sehr fein, nicht so fettreich und gut gewürzt. Dazu ein österreichischer Weinquerschnitt – schön, sich hier die Ehre zu geben.

Habe die Ehre Arminiusmarkthalle, Arminiusstraße 2–4, Moabit, Tel. 52 10 67 27, Mo. 12–16, Di.-Sbd. 12-22 Uhr