Pannen-Flughafen

Kabel am BER im Wasser - Austausch kostet 10 Millionen Euro

Neue Panne am BER: Für zehn Millionen Euro müssen die 2011 verlegten Leitungen an der Startbahn des Flughafens BER ausgetauscht werden.

Terminalgebäude des Flughafen BER bei Nacht.

Terminalgebäude des Flughafen BER bei Nacht.

Foto: imago stock / imago/Olaf Selchow

Schönefeld. Die Kabel sorgen auf der Baustelle des Hauptstadtflughafens BER weiter für Probleme. Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat wie berichtet bei den Brandenburger Baubehörden veränderte Prüfungen für die Kabelstränge im Inneren des Terminalgebäudes gefordert. Gleichzeitig müssen die Leitungen neben der südlichen Start- und Landebahn erneuert werden, weil die Kanäle unter Wasser stehen und die Kabel langfristig Schaden nehmen könnten.

Flughafensprecher Hannes Hönemann bestätigte die Pläne, die 2011 verlegten Kabel zu den Lichtern an der Südbahn zu erneuern. Das Problem sei aber keineswegs neu. Die fast zehn Millionen Euro teure Reparatur habe der Aufsichtsrat schon im August beschlossen, 2019 würden die Arbeiten erledigt. „Dabei handelt es sich um eine Vorsorgemaßnahme, die die Sicherheit und Funktionsfähigkeit der Kabel weit über die Inbetriebnahme des BER im Oktober 2020 hinaus sicherstellt“, sagte Hönemann. Der vorsorgliche Austausch der Kabel mache lediglich deutlich, „wie engmaschig die Flughafeninfrastruktur gemonitort“ werde.

Mängel in der Dokumentation auf der Baustelle

Auch Lütke Daldrups Gespräche und E-Mail-Verkehr mit den Baubehörden über die Prüfkriterien für die Kabeltrassen im Terminal stellte der Flughafensprecher als undramatisch dar. Jeder große Bauherr kläre mit den Bauämtern, wie die Anlagen kontrolliert und abgenommen werden. Wichtig seien dabei nicht Fragen der Sicherheit oder der Funktionalität, sondern die „ordnungsgemäße Beschaffenheit“ der Kabeltrassen. Dabei gehe es vor allem darum, dass nicht alle bereits gezogenen Kabel mit den richtigen Codes gekennzeichnet seien.

Da es immer noch Mängel in der Dokumentation auf der Baustelle gebe, wollte Lütke Daldrup erreichen, dass die Behörden sich dieses Thema erst später vornehmen. „Wir müssen wissen, in welcher Reihenfolge sie sich was ansehen“, sagte Hönemann. Das habe mit der Planungssicherheit für die weiteren Arbeiten zu tun. Lütke Daldrup hatte stets betont, dass es bei einer Eröffnung des BER im Oktober 2020 bleibe.

Die Berliner CDU kritisierte, man erlebe am BER den „Rückfall in alte Zeiten“. Pfusch erfahre die Öffentlichkeit durch die Medien, statt von Flughafenchef oder Aufsichtsrat. Das Pannenprojekt sei wieder eine Blackbox. Der Flughafenchef solle sich im BER-Untersuchungsausschuss zu den neuen Problemen äußern.

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