Nach Beurlaubung

BER bestätigt Trennung von Sprecher Daniel Abbou

Nach der Beurlaubung des Flughafen-Sprechers bestätigte die Flughafengesellschaft die Trennung mit einer Mitteilung nun offiziell.

Der BER hat die Trennung von Presse-Chef Daniel Abbou nun bestätigt

Der BER hat die Trennung von Presse-Chef Daniel Abbou nun bestätigt

Foto: picture alliance / dpa/ Montage: BM

„Die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH und Daniel Abbou, ehemals Leiter Unternehmenskommunikation der FBB, haben sich in gegenseitigem Einvernehmen getrennt. Grund für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses sind unterschiedliche Vorstellungen in der Pressearbeit“ - mit diesen beiden Sätzen bestätigte der Flughafen Berlin-Brandenburg am Mittwoch die Trennung von Sprecher Daniel Abbou.

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Anlass für den Rauswurf ist ein Interview Abbous mit der Fachzeitschrift „PR Magazin“. Darin äußerte sich der 45-Jährige kritisch über die Rolle von Politikern und früheren Managern des noch immer nicht eröffneten Hauptstadtflughafens BER. Außerdem ließ er Zweifel an den kommunikativen Fähigkeiten Mühlenfelds durchblicken.

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„Das Interview von Herrn Abbou mit dem PR Magazin ist nicht mit der Geschäftsführung abgestimmt. Herr Abbou ist freigestellt“, hatte Mühlenfeld am Montag mitgteilt. Abbou hatte das Amt des Pressechefs am Flughafen erst am 1. Januar übernommen. Grüne und FDP bedauerten den Weggang des Sprechers.

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Abbou hatte in dem Gespräch um Offenheit mit Versäumnissen beim Bau des neuen Flughafens in Schönefeld geworben. „Dazu hat die alte Flughafencrew zu viel verbockt, dafür sind zu viele Milliarden in den Sand gesetzt worden. (...) Das, was man machen kann, ist, Transparenz herzustellen.“

Im Zusammenhang mit einem Konflikt über einen Bericht des Brandenburger Landesrechnungshofs bescheinigte Abbou seinem Chef Mühlenfeld, ihm fehle die „politische Denke“ - „das muss man ganz schnell lernen“. „Mein Ziel ist, Mühlenfeld nach vorn zu bringen und ihn kommunikativ besser zu verkaufen“, sagte er an anderer Stelle in dem Interview.

Abbou äußerte sich auch zur geplanten Eröffnung des Flughafens in der zweiten Jahreshälfte 2017. Sie war mehrmals verschoben worden. „Mein Technikchef hält weiter daran fest, dass es eine Chance gibt, 2017 einzuhalten. Und wenn er das glaubt und mir das auch kommuniziert, dann ist es so.“ Aber „kein Politiker, kein Flughafendirektor und kein Mensch, der nicht medikamentenabhängig ist, gibt Ihnen feste Garantien für diesen Flughafen“, fügte der Sprecher hinzu.

Der Obmann der Grünen im BER-Untersuchungsausschuss, Andreas Otto, nannte es „unverständlich, dass Offenheit und Transparenz abgestraft werden“. Abbou habe „sehr deutliche Worte zum BER gefunden - das steht im krassen Widerspruch zum jahrelangen Schweigen und hat offenbar nicht jedem gefallen“.