Berlins neuer Flughafen BER ist schon zu klein, bevor er überhaupt eröffnet ist – im vergangenen September kündigte die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) deshalb einen zusätzlichen Ausbau an. Für ein Teilprojekt, eine zusätzliche Abfertigungshalle der Billigfluglinien, startet nun die Ausschreibung. Dies bestätigt ein Sprecher der FBB. „Bei Projekten dieser Größenordnung ist eine Ausschreibung vorgeschrieben.“

Zunächst hatte der „Spiegel“ über den Ausschreibungsstart berichtet. Demnach sollen in das neue Gebäude mit 45.000 Quadratmetern Geschossfläche 200 Millionen Euro investiert werden. Den Bau hatte die FBB schon im September 2015 angekündigt, gemeinsam mit weiteren Ausbauprojekten des Flughafens BER, der nach derzeitigen Planungen 2017 eröffnet werden soll. Im Gegensatz zum pannenbehafteten Hauptterminal solle die Halle nicht unter Regie der FBB gebaut werden, sondern über einen Generalübernehmer.

Das zusätzliche „Low-Cost-Terminal“ solle in Verlängerung des Nordpiers entstehen, weil sich im Zuge des bis 2023 geplanten Ausbaus des Regierungsflughafens die Kapazität am Flughafen Schönefeld reduzieren wird, hieß es da. Vorgesehen seien eine eigene Vorfahrt, ein Parkhaus und ein Taxispeicher, außerdem eigene Sicherheitskontrollen, Check-in und Gepäckabfertigung. Im September war von rund sechs Millionen Passagieren pro Jahr die Rede, der „Spiegel“ schreibt von acht Millionen.

Gegen den geplanten Ausbau hatten im Herbst die Umlandgemeinden protestiert. „Die Gemeinden fürchten, dass der Lärm zunimmt“, so der Vorsitzende der Fluglärmkommission, Gerhard Steintjes, damals. Es entstünde eine „deutlich lärmempfindlichere Bahn“, so Steintjes mit Verweis auf die dichte Besiedlung entlang der Flugrouten. Bis 2023 soll der BER eine Kapazität von 40 Millionen Passagiere pro Jahr haben.

Streit gibt es zurzeit auch um den sogenannten Regierungsflughafen. Am 11. März tritt deswegen der Aufsichtsrat der FBB erneut zusammen. Geplant war, zunächst das Terminal A des heutigen Flughafens Schönefeld für den Empfang von Staatsgästen in Berlin zu nutzen. Anfang Februar jedoch kündigte die FBB einen dazu mit der Bundesimmobiliengesellschaft (Bima) bereits 2011 abgeschlossenen Mietvertrag. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) empörte sich darüber und forderte umgehend die Sondersitzung des Aufsichtsrats.

BM