Pannen-Flughafen

Sechs-Tage-Woche soll Bau des BER beschleunigen

Die Fertigstellung des neuen Hauptstadtfughafens kommt nur mühsam voran. Nun sollen die Firmen in einigen Bereichen länger arbeiten.

Das Terminalgebäude am Flughafen BER sieht fertig aus, doch erst 53 Prozent der Arbeiten zur Mängelbeseitigung sind bis Ende Oktober abgeschlossen

Das Terminalgebäude am Flughafen BER sieht fertig aus, doch erst 53 Prozent der Arbeiten zur Mängelbeseitigung sind bis Ende Oktober abgeschlossen

Foto: Patrick Pleul / dpa

Angesichts schmelzender Zeitpuffer wird das Tempo auf der Baustelle für den neuen Hauptstadtairport BER erhöht. In einigen Bereichen gelte nun eine Sechs-Tage-Arbeitswoche, auch die Regelarbeitszeit der Objektüberwacher sei erhöht worden, teilte Flughafenchef Karsten Mühlenfeld am Montag mit. Nach wie vor liege das Projekt aber drei bis vier Monate hinter dem im Dezember 2014 bestätigten Zeitplan. Dieser sieht vor, dass der neue Flughafen in Schönefeld nach vier geplatzten Eröffnungsterminen im Herbst 2017 seinen Betrieb aufnimmt. „Um unser Ziel zu erreichen, beschleunigen wir die Arbeiten, wo wir können“, versicherte Mühlenfeld.

BER-Terminal erst zu 53 Prozent fertig

Nach seinen Angaben waren die Arbeiten am BER-Terminal Ende Oktober zu 53 Prozent abgeschlossen, eine Steigerung gegenüber dem Vormonat um drei Prozentpunkte. Die Mängel an der Brandschutztechnik seien zu 60 Prozent (gegenüber 58 Prozent Ende September) abgearbeitet. Den größten Fortschritt hat es laut Flughafengesellschaft bei der Sanierung der Kabeltrassen gegeben. Diese sei zu 98 Prozent aller Aufgaben abgearbeitet, heißt es. Zudem konnte die Sanierung der nördlichen Startbahn pünktlich und ohne Mehrkosten abgeschlossen werden. Während der mehrmonatigen Bauzeit wurde der Flugbetrieb über die neue BER-Südbahn abgewickelt. Laut Mühlenfeld reibungslos und „weniger laut als gedacht“.

Anrainer-Gemeinden fürchten mehr Lärm

Seine Pläne für einen weiteren Ausbau des BER stoßen bei den Umlandgemeinden auf Skepsis. „Die Gemeinden fürchten, dass der Lärm zunimmt“, sagte der Vorsitzende der Fluglärmkommission, Gerhard Steintjes, am Montag. Wie berichtet, will Mühlenfeld neben dem Neubau ein weiteres Terminal für sechs bis acht Millionen Fluggäste bauen lassen. Es soll vor allem Billigflieger anlocken und an der nördlichen Start- und Landebahn entstehen. „Das ist die deutlich lärmempfindlichere Bahn“, sagte Steintjes mit Verweis auf die dichte Besiedlung entlang der Flugrouten.

Flughafen zu klein

Die Bürgermeister fürchteten mehr Lärm vor allem am frühen Morgen und am späten Abend. „Da hatten wir auf Lärmpausen gehofft, das wird jetzt noch mal schwieriger“, sagte Steintjes. Mühlenfeld will mit dem Ausbau die stark steigenden Passagierzahlen auffangen, denn der neue Flughafen ist dafür zu klein. Die Fluglärmkommission aus Bürgermeistern, Behörden und Luftverkehrsvertretern hat beratenden Funktion.