Pannenflughafen

Mehdorn prophezeit höhere Baukosten für den BER

Aktuell kursiert eine Summe von 5,4 Milliarden Euro, die der Flughafen kosten soll. Das ist nach Angaben des scheidenden Chefs viel zu tief gegriffen. Laut Mehdorn sind dies lediglich Nettokosten.

Foto: Patrick Pleul / dpa

Die Baukosten des Großflughafens BER in Schönefeld werden laut dem scheidenden Vorsitzenden Hartmut Mehdorn noch einmal deutlich höher ausfallen als bislang angenommen. In der aktuell kursierenden Summe von 5,4 Milliarden Euro seien weder die Zinsen, der Finanzierungsaufwand noch die Flughafenerweiterung enthalten, sagte Hartmut Mehdorn am Dienstag im Hessischen Rundfunk. „Das sind Nettokosten“, fügte der Flughafenchef hinzu.

Die bei der Konzipierung des Flughafens veranschlagte Passagierzahl von 27 Millionen Fluggästen pro Jahr sei zudem viel zu niedrig, so Mehdorn. In wenigen Jahren werde die Zahl bei über 30 Millionen liegen. Er erneuerte seine Forderung, den neben dem BER gelegenen Flughafen Schönefeld nach Inbetriebnahme des BER geöffnet zu halten. Mehdorn hatte Ende 2014 seinen Rücktritt angekündigt. Seine Nachfolge tritt der frühere Rolls-Royce-Manager Karsten Mühlenfeld an.

Der Sprecher der Grünen im BER-Untersuchungsausschuss, Andreas Otto sagte: „Damit kommt der scheidende Geschäftsführer möglicherweise einem Kassensturz des Nachfolgers zuvor. Der Vorgang zeigt gleichzeitig, wie wichtig eine stringente Kostenkontrolle am BER ist.“ Otto forderte auch: „Angesichts neuer Vorwürfe zu Kartellbildung und Korruption in Zusammenhang mit der Firma Imtech ist eine Tiefenprüfung der Vergabevorgänge mindestens der letzten fünf Jahre dringend geboten.“