Flughafen-Desaster

Keiner will am BER der Generalplaner sein

Weitere Schlappe für den BER: Auf die europaweite Ausschreibung für den Posten des Generalplaners für den Pannen-Flughafen hat sich niemand beworben. Jetzt sollen zwei Büros übernehmen.

Foto: Patrick Pleul / ZB

Neuer Rückschlag für das pannengeplagte BER-Projekt. Die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) hat keinen Generalplaner für den Abschluss der Arbeiten am neuen Großflughafen in Schönefeld gefunden. Eine europaweite Ausschreibung wurde aus „formalen Gründen“ aufgehoben, teilte der staatliche Flughafen-Betreiber am Dienstag lapidar mit. Einen entsprechende offizielle Information darüber soll in Kürze auf der europaweiten Vergabeplattform TED erfolgen, heißt es weiter.

Statt eines Generalplaners sollen nun zwei Planungsbüros (Schüssler Plan und b.i.g), die bereits seit Längerem am BER tätig sind, die Planungen etwa für den Umbau der bislang nicht funktionsfähigen Entrauchung im Flughafen-Terminalgebäude zu Ende führen. Zusätzliche Verträge hat die Flughafengesellschaft nach eigenen Angaben mit den Büros Arcadis und Obermeyer geschlossen. Laufzeit ist von Februar bis Juli 2015. In dieser Zeit sollen die Planer die Nachtragsunterlagen zur Baugenehmigung erstellen, deren Genehmigung durch das Bauordnungsamt Voraussetzung für die abschließende Fertigstellung des Terminalgebäudes für den BER ist. Lauf Flughafengesellschaft besteht die BER-Planung aus rund 2,5 Millionen Einzeldokumenten.

Kurz nach der kurzfristigen Absage der für den 3. Juni 2012 angekündigten Eröffnung des BER hatte die Flughafengesellschaft die Vertrage mit dem vorherigen Generalplaner pg.bbi, zu dem auch die Flughafen-Architekten von Gerkan, Marg und Partner gehört, fristlos gekündigt. Seither liegen die FBB und die Planungsgemeinschaft im Rechtsstreit. Die überhastete Kündigung des Generalplaners wird von vielen Experten als einer der wesentlichen Ursachen für die Bauzeitverzögerungen und den Kostenanstieg am BER-Projekt angesehen.