BER-Debakel

Brandenburg hält Lärm auf BER-Südbahn für vertretbar

Ab Mai wird die Nordbahn des Flughafens Schönefeld saniert, die Flugzeuge starten und landen dann auf der Südbahn. Die Anwohner müssen den Lärm ertragen - auch ohne Schallschutz.

Brandenburgs Landesregierung hat die geplante vorübergehende Inbetriebnahme der Südbahn am neuen Hauptstadtflughafen BER in Schönefeld verteidigt. Dabei würden die für den BER-Betrieb geltenden Nachtflugregelungen „einschließlich der strikten Flugbeschränkungen in der Nachtkernzeit angewendet“, erklärte Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (parteilos) in ihrer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage im Potsdamer Landtag. Am alten Flughafen Berlin-Schönefeld hingegen gilt überhaupt kein Nachtflugverbot.

Im Mai soll die Sanierung der Nordbahn beginnen, die noch zum alten Flughafen Schönefeld gehört und künftig eine Start- und Landebahn des neuen Airports BER nebenan sein wird. Während der halbjährigen Bauphase wird der Schönefelder Flugverkehr über die schon lange fertige neue BER-Südbahn geleitet.

Allerdings warten noch viele Anwohner auf die Erfüllung der Schallschutzauflagen. Von Anträgen auf Lärmschutz für insgesamt knapp 4500 Haushalte wurden laut Ministerium erst für rund 3300 Haushalte (Stand 30.11.2014) Anspruchsermittlungen versendet beziehungsweise Schallschutzmaßnahmen umgesetzt.

Auch wenn der Schallschutz noch nicht für alle Anwohner sichergestellt sei: Die Entscheidung zur befristeten Teilinbetriebnahme der Südbahn sei „vertretbar“, erklärte Schneider. Es erfolge „keine vollständige Inbetriebnahme des BER“.