Großflughafen

Michael Müller plant Rückzug aus BER-Aufsichtsrat

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller will sich einem Bericht zufolge aus dem BER-Aufsichtsrat zurückzuziehen. Demnach möchte er stattdessen in der Eigentümer-Versammlung wirken.

Foto: Amin Akhtar

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) will sich anscheinend aus dem BER-Aufsichtsrat zurückzuziehen. Nach Informationen der „Bild am Sonntag“ möchte er stattdessen in der Eigentümerversammlung die Interessen Berlins vertreten. Ein Senatssprecher sagte dazu: „Da der Bund noch Abstimmungsbedarf hat, sind noch keine abschließenden Entscheidungen im Hinblick auf Geschäftsführung, Gesellschafterversammlung und Aufsichtsrat am Flughafen BER gefallen.“

Im vergangenen Jahr hatte das Land Brandenburg Finanzminister Christian Görke und Ex-Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (beide Linke) aus dem BER-Aufsichtsrat zurückgezogen. Stattdessen bekam der ehemalige Daimler- und Rolls-Royce-Manager Axel Arendt einen Posten in dem Kontrollgremium. Brandenburgs Landesrechnungshof hatte den Rückzug der Politiker begrüßt. „Ein Regierungschef kann sich im Aufsichtsrat nicht um ein so schwieriges Projekt wie den BER kümmern. Der Zeitaufwand ist zu groß“, hatte Behördenchef Christoph Weiser im Dezember gesagt.

Die Präsidentin des Berliner Landesrechnungshofs, Marion Claßen-Beblo, hatte hingegen Michael Müller darin bestärkt, in den Aufsichtsrat einzuziehen.

Mehdorn-Nachfolge unklar

Weiter offen ist auch die Frage, wer Flughafenchef Hartmut Mehdorn folgen soll. Mehdorn hatte angekündigt, spätestens Mitte des Jahres seinen Posten räumen zu wollen. Kurz vor einem Spitzentreffen der Flughafeneigentümer am 16. Januar, an dem die Regierungschefs von Berlin und Brandenburg, Michael Müller und Dietmar Woidke (beide SPD), Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sowie der Brandenburger Staatssekretär und amtierende Vorsitzende des Flughafenaufsichtsrats, Rainer Bretschneider, teilnahmen, hatte es Spekulationen um die Mehdorn-Nachfolge gegeben.

So war der bisherige Chef der Triebwerksfabrik des britischen Rolls-Royce-Konzerns in Dahlewitz, Karsten Mühlenfeld, genannt worden. Schnell stellte sich aber heraus, dass Mühlenfeld längst bei Bombardier Transportation angeheuert hat. Beim kanadischen Schienenfahrzeughersteller mit Europazentrale am Schöneberger Ufer in Berlin wird er Leiter Entwicklung für Zentral- und Osteuropa. „Herr Mühlenfeld hat bei uns einen gültigen Arbeitsvertrag“, bestätigte ein Bombardier-Sprecher der Berliner Morgenpost.

Der Regierende Bürgermeister hatte mehrfach für eine Lösung unter Einbeziehung der derzeit Verantwortlichen plädiert. Neben der zweiten Geschäftsführerin Heike Fölster, zuständig für Finanzen, sind damit die Bereichsleiter Jörg Marks (Technik und Bau) und Elmar Kleinert (Betrieb) gemeint.