Großflughafen

Woidke nennt neuen BER-Termin „mit Puffer gerechnet“

Flughafenchef Mehdorn hat entscheidende Schritte zur Fertigstellung offengelegt. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke hat er damit überzeugt. Er glaubt an die Fertigstellung.

Foto: Patrick Pleul / dpa

Die undurchsichtige Verschieberei von wesentlichen Zwischenterminen soll ein Ende haben auf der Baustelle und in den Planungsbüros für den Hauptstadtflughafen BER. Flughafen-Geschäftsführer Hartmut Mehdorn und sein Technikchef Jörg Marks haben Transparenz über die jeweiligen Schritte hin zur angepeilten Eröffnung im zweiten Halbjahr 2017 angekündigt. „Wir werden über Baustände regelmäßig berichten“, sagte Marks.

Die Flughafen-Führung hat es offenbar vermocht, einem skeptischen Aufsichtsrat die Seriösität ihrer Planungen zu vermitteln. Und sie konnten darlegen, dass die Flughafengesellschaft nun so aufgestellt ist, dass sie ohne die nicht immer zielführende Hilfe von Dutzenden externen Beratern planen und die Fortschritte kontrollieren kann. Baulich soll das Terminal inklusive Entrauchungsanlage im März 2016 fertig gestellt sein. Es folgen behördliche Abnahme und Probeläufe der Systeme.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) ist jedenfalls von dem geplanten Termin für den Hauptstadtflughafen überzeugt. „Das Ganze ist mit Puffer gerechnet, dass zwischen der baulichen Fertigstellung und der Eröffnung eineinhalb Jahre liegen sollen“, sagte Woidke am Sonnabend am Rande des SPD-Landesparteitags in Frankfurt (Oder). „Ich halte das für realistisch, aber was die Kosten angeht, muss man sich das erst mal genauer ansehen.“ Wegen der langen Bauzeit wird eine weitere Steigerung der Kosten von derzeit 5,4 Milliarden Euro befürchtet.

Opposition bleibt skeptisch

Die Brandenburger Grünen bleiben misstrauisch. „Wenn Geschäftsführung und Aufsichtsrat glauben, dass mit der Ankündigung dieses Eröffnungstermins der Weihnachtsfriede ausbricht und sie und ihre Vorgänger auf Schonung und Nachsicht rechnen können, so täuschen sie sich“, sagte Fraktionschef Axel Vogel.

Ob die Skepsis berechtigt ist, wird sich schon in den kommenden Wochen erweisen, denn Mehdorn und Marks haben Details ihres Fahrplans offengelegt. So soll Anfang 2015 das europaweite Ausschreibungsverfahren beendet und wieder ein Generalplaner für den Bau verpflichtet sein. „Dann liegt die Planung bei einem Generalplaner sowie seinen Fachplanern für die Entrauchung und kann konzipiert und in sich stimmig erfolgen“, heißt es in einem Papier Mehdorns, das den Stand der Dinge am BER und die Ursachen für die Malaise zusammenfasst.

Was so schlicht klingt, wäre für den BER eine Revolution. Der von Siemens geholte Technikchef Marks berichtete von 800 Architektenplänen, die 8000 Ausführungspläne bedingen, die in 50.000 Werk- und Montagepläne für die Baufirmen münden. „Wenn Sie Fehler machen, potenziert sich das erheblich“, sagte Marks. Jetzt geht er davon aus, dass die Pläne für den Umbau der Entrauchung bis spätestens Mitte 2015 vorliegen.

Das Be- und Entlüften des innerhalb der großen Terminalhalle gelegenen Gebäuderiegels ist technisch das größte Problem am BER und das Haupthindernis für die Inbetriebnahme. Die dauernden Planänderungen der Vergangenheit haben neben einer sehr komplizierten Konzeption die Schwierigkeiten verursacht. Die zentrale Gebäudetechnik war mal für 220.000 Quadratmeter vorgesehen, berichtete Marks, und solle jetzt 360.000 Quadratmeter bewältigen. Aus 27.000 Datendosen wurden 60.000, statt 3000 Sprinkler sind nun 70.000 notwendig.

Das Kabelchaos soll endlich ein Ende haben

Im zweiten Quartal 2015 soll auch das Kabelchaos beendet und die Hauptverkabelung saniert sein. Das Konzept dafür steht laut Mehdorn unmittelbar bevor. Kabeltrassen und Deckenhohlräume, wo die Arbeiter in den hektischen Tagen vor dem geplatzten Starttermin alles mögliche hinein verlegt hatten, sei zu 40 Prozent fertig.

Bis Ende des kommenden Jahres will Mehdorn auch die Bauarbeiten am Pier Süd abgeschlossen haben. Der gleiche Zeithorizont gilt für den Schallschutz, der sich nach Gerichtsurteilen auf 730 Millionen Euro verteuerte und einer der Kostentreiber des Gesamtprojektes ist. Bis Ende 2015 sollten die Ansprüche der Flughafenanwohner, die für ihre Häuser Schallschutz haben wollen, ermittelt und zugestellt worden sein. Dann können die Bürger Handwerker beauftragen, um zum Beispiel neue Fenster einbauen zu lassen.