Kommentar

Mehdorn muss seine BER-Versprechen jetzt wirklich halten

Dass nun ein Eröffnungszeitraum für den BER verkündet wurde, ist ein wichtiges Signal. Doch für Flughafenchef Mehdorn ist die Jahresmitte 2015 der entscheidende Termin, schreibt Thomas Fülling.

Foto: Wolfgang Kumm / dpa

Berlins neuer Hauptstadtflughafen BER soll in der zweiten Jahreshälfte 2017 in Betrieb gehen. Das hat der amtierende Vorsitzende des Aufsichtsrats der Flughafengesellschaft, Rainer Bretschneider, am Freitag angekündigt. Das ist zwar immer noch kein verbindlicher Eröffnungstermin, aber wenigstens ein klarer Zeithorizont. Und ein Signal, auf das die Fluggesellschaften, allen voran die schwer angeschlagene Air Berlin, die Wirtschaft der Region und sicher auch nicht wenige Berliner seit Langem gewartet haben.

Denn seit nun schon zwei Jahren befindet sich das wichtigste Infrastrukturprojekt der Hauptstadt in einer Art Komaphase. Der Patient liegt schwer krank danieder, er wird künstlich beatmet, jede Menge Ärzte stehen ratlos am Krankenbett und übertreffen sich in Pessimismus. Ob der Patient je wieder zum Leben erweckt werden kann? Keiner will eine Prognose wagen. Wilde Spekulationen schießen ins Kraut. Der BER eröffne nicht vor 2017, höchstwahrscheinlich erst 2018, vielleicht auch niemals, das alles war in den vergangenen Wochen zu hören. Doch aus Angst, nach vier Absagen erneut einen Termin zu verkünden, der am Ende nicht zu halten ist, hatten alle politisch Verantwortlichen gekniffen.

Dass nun Brandenburgs Flughafenkoordinator Bretschneider die Spekulationen beendet und zumindest einen klar eingegrenzten Eröffnungszeitraum benennt, mag durchaus Kalkül sein. Anders als der gerade in den Aufsichtsrat für Klaus Wowereit aufgerückte Regierende Bürgermeister Michael Müller muss er im Herbst 2016 keine Wahl gewinnen. Sollte am Ende doch noch was schiefgehen, muss der zwischenzeitlich schon mal in den Ruhestand gegangene Staatssekretär nicht um seine Zukunft fürchten.

Die Ankündigung bringt ein bisschen Ruhe für den BER

Das Benennen eines klar eingegrenzten Zeitraums für die Inbetriebnahme ist das richtige Signal zur richtigen Zeit. Es bringt etwas Ruhe in die von Spekulationen aufgeheizte Atmosphäre am Flughafen, die die Arbeiten an dem Projekt für alle Beteiligten zuletzt so schwer machte. Es ist zudem ein klares Signal, dass der Aufsichtsrat dem unter Dauerbeschuss stehenden Flughafenchef Hartmut Mehdorn und dem von ihm vorgelegten Fertigstellungskonzept vertraut. Genau diese Rückendeckung hatte Mehdorn gefordert, nachdem medial durchsickerte, dass sich schon nach einem Nachfolger für ihn umgesehen werde.

Nun muss Mehdorn aber auch liefern. Bis Mitte nächsten Jahres werde er alle noch fehlenden Planungsunterlagen zur Fertigstellung den Behörden zur Genehmigung vorlegen, hat er angekündigt. Dieses Versprechen muss er nun auch halten. Denn erst wenn diese Pläne genehmigt sind, lässt sich erst ein wirklich verlässlicher Eröffnungstermin für den BER benennen.