Fünf-Jahres-Vertrag

Ex-BER-Chef Schwarz übernimmt Airport von Rostock

Der BER brachte Rainer Schwarz kein Glück. Er wurde Mitte Januar geschasst. Jetzt hat er einen neuen Job - in Rostock-Laage. Schwarz möchte die Erreichbarkeit von Mecklenburg-Vorpommern verbessern.

Foto: Bernd Wüstneck / dpa

Der geschasste frühere Chef der Berliner Flughäfen, Rainer Schwarz, wird Geschäftsführer des Flughafens Rostock-Laage. Der 57-Jährige werde seinen Posten Anfang Dezember antreten, sagte der Vorsitzende der Flughafen-Gesellschafterversammlung, Jochen Bruhn, am Mittwoch. Schwarz erhält einen Fünf-Jahres-Vertrag. Er war Mitte Januar 2013 wegen des Debakels um massive Baumängel beim künftigen Hauptstadtflughafen BER abberufen worden.

Wie Schwarz erklärte, wolle er die Erreichbarkeit der Urlaubsregion Mecklenburg-Vorpommern mit dem Flugzeug verbessern. Auch sollten künftig mehr Flugzeuge von Laage aus in Richtung internationaler Drehkreuze unterwegs sein.

Schwarz war bei seiner Entlassung in Berlin vorgeworfen worden, den Aufsichtsrat zu spät darüber informiert zu haben, dass der BER nicht wie geplant im Juni 2012 in Betrieb gehen konnte. Der Aufsichtsrat hatte bei ihm eine Mitschuld für die immer wieder verschobene Eröffnung des Hauptstadtflughafens gesehen. Sein Dienstvertrag sollte eigentlich bis Mai 2016 laufen. Derzeit streitet Schwarz vor dem Landgericht Berlin um entgangenes Gehalt sowie Zahlungen für die Altersvorsorge, laut Gericht geht es maximal um 1,6 Millionen Euro. Das Gericht hat für den 23. Oktober einen Verkündungstermin anberaumt.

Rückkehr in das aktive Geschäft

Die BER-Probleme seien ausschließlich durch die bauliche Situation ausgelöst worden, betonte Schwarz. „Nichts, was mit der betrieblichen Situation zu tun hat, da muss man sich in Berlin nicht verstecken.“ Über die baulichen Querelen, die es gegeben hat, sei der Flughafen mehr und mehr zu einer politischen Veranstaltung geworden.

Schwarz sagte in Laage, er wolle wieder ins aktive Geschäft zurück. Er sei bislang sehr stark im operativen Geschäft tätig gewesen. „Das war zum Schluss in Berlin nicht mehr möglich.“ Es sei dort eine mehr politische Aufgabe gewesen. Er verstehe seine Aufgabe in Laage als „back to the roots.“ Die Politik sei nicht das, was er gelernt habe. Er habe zuletzt als Unternehmensberater gearbeitet.

Es sei eine Chance für Laage, dass künftig in Berlin ein Nachtflugverbot gelte, sagte Schwarz. Airline-Manager werden sich fragen, wo nachts verspätete Maschinen landen sollen. Hier könnte Laage eine Nische besetzen. Rostock-Laage arbeitet seit Jahren defizitär, musste 2013 mit 2,8 Millionen Euro vom Land und den Gesellschaftern – Stadt, Landkreis Rostock und Stadt Laage – unterstützt werden. 2013 gab es 177.464 Passagiere, 2011 waren es noch 223.516. 2014 werden es weniger als 170.000 Passagiere sein.